Dank digitaler Lösung am „echten“ Leben teilnehmen

08. Oktober 2018

München – Neue Wege innerhalb des innovativen Gesundheitskonzerns AGAPLESION gAG beschreitet der AGAPLESION EV. PFLEGEDIENST MÜNCHEN: Mit einer digitalen Anwendung erfahren Senioren und Angehörige, was im Quartier los ist, wo sie schöne Stunden verbringen und andere Menschen treffen können. Denn soziale Teilhabe erhöht die Lebensqualität.

Der AGAPLESION EV. PFLEGEDIENST MÜNCHEN engagiert sich seit Jahren in der Quartiersarbeit. Jetzt verfolgt die bayerische Einrichtung einen weiteren innovativen Ansatz: Im Pilotprojekt testet sie mit Life-Partners, einem internationalen Entwickler in der IT-Kommunikation, eine auf Tablets installierte Plattform, die Senioren die soziale Teilhabe in ihrem Wohnumfeld erleichtert. Außerdem werden in ausgewählten Wohnungen technische Assistenzsysteme installiert. Fördermittel der Deutschen Postcode Lotterie – eine Soziallotterie – machte die Kooperation möglich.

In einer sechsmonatigen Testphase ab Anfang Oktober werden die Tablets an voraus-sichtlich 15 Münchener Senioren mit Wohnsitz im Stadtteil Gern verteilt. Sie sind (trotz möglicher körperlicher Beeinträchtigungen) noch relativ mobil und haben aktive An- oder Zugehörige. Die Software ermöglicht den Senioren den Austausch mit diesen engen Kontaktpersonen sowie mit Pflege- und Sozialunternehmen, deren Angebote das Leben im Quartier so lebenswert machen. Zusätzlich werden fünf Wohnungen mit einer Sensorik ausgestattet, die für mehr Sicherheit im Haushalt sorgen soll. Digital ist etwa nachvollziehbar, ob Türen und Fenster geschlossen sind oder ein Bewegungsmelder registriert mögliche Stürze.

Das Pilotprojekt passt gut zur konzernweiten AGAPELSION Digitalstrategie. Zudem laufen in den bundesweit über 100 Einrichtungen mehr als 30 Innovationsprojekte, darunter viele, die die Potenziale der Digitalisierung nutzen. „Das Münchener Projekt in dieser Form ist einzigartig bei AGAPLESION“, sagt Dr. Markus Horneber, Vorstands-vorsitzender AGAPLESION gAG. „Bei all unseren konzernweiten digitalen Bestrebungen geht es immer darum, sowohl die Versorgungs- und Behandlungsqualität als auch die Lebensqualität unserer Patienten und Bewohner zu steigern. Dazu gehört eine gute Quartiersarbeit unter der Nutzung moderner Hilfsmittel.“ Dem stimmt Michael Schrauth, zuständig für Projektentwicklung beim AGAPLESION EV. PFLEGEDIENST MÜNCHEN, zu: „Senioren wollen möglichst lange alleine, selbstbestimmt und aktiv leben. Dazu müssen sie wissen, was in ihrem Umfeld geboten wird. Das Pilotprojekt vereint digitale Vorzüge und soziale Komponenten und schafft so mehr Lebensqualität.“

Die Tablet-Lösung bietet „Soziale Software“. Abrufbar sind Anwendungen wie Video-Telefonie, Sofortnachrichtendienste, Gruppenkalender, integriert Services und netz-basierte Infrastruktur (z. B. um Bestellungen beim Lieferservice abzugeben). Die Nutzer können planen, welche Termine sie wahrnehmen wollen – sei es Kirchenfest, Seniorennachmittag oder Lesung –, sie können Anbieter kontaktieren – von „Essen auf Rädern“ bis hin zu Ehrenamtlichen Besuchsdiensten – oder per Telefon und Chat klären, ob Angehörige oder der Abholdienst sie zum Bingo-Nachmittag bringen können. Eine zielgruppenorientierte Optik erleichtert die Arbeit mit dem Tablet. Selbst Menschen, die nicht technikaffin sind, werden die Handhabung schnell lernen.

In Rücksprache mit den Testpersonen wird die Anwendung auf ihre Bedürfnisse hin angepasst und werden die Informationskanäle nach und nach mit weiteren Services, Angeboten und Kontakten gefüllt. Vor Ort sind Mitarbeitende des Pflegedienstes und der Münchner Wohnungsbaugesellschaft GEWOFAG in das Projekt einbezogen, die nah an den Senioren dran sind – dank der Besuche im Rahmen der pflegerischen Tätigkeit oder dank der Kontakte im Begegnungszentrum, das die GEWOFAG ins Quartier integriert hat. Beide Partner arbeiten seit 2015 im Rahmen des Wohn- und Versorgungskonzepts „Wohnen im Viertel“ der GEWOFAG eng zusammen. Der Pflegedienst kümmert sich um einige der Mieter, aus deren Reihen die 15 Testpersonen kommen.

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Foto (von links): Wilhelm Prasser (Projektleitung Life Partners GmbH), Michael Schrauth (Projektleitung AGAPLESION EV. PFLEGEDIENST MÜNCHEN) und Lars Jessen (CEO Life Partners GmbH) mit Teilnehmerin.