AGAPLESION intern: Ordensschwester in Indien

07. Mai 2015

Gertrud Smitmans ist Interne Revisorin bei AGAPLESION und Franziskanerin, fernab von ihrer Ordensgemeinschaft in Münster. Kürzlich reiste sie mit Ärzten nach Indien, um armen Menschen medizinische Hilfe zukommen zu lassen.

Dass sie einen anderen Weg einschlagen würde, wurde Gertrud Smitmans 1981 klar. Damals erlebte die Katholikin ihre Berufung bei einem internationalen Jugendtreff in Taizé (Frankreich). „Manche Menschen in meinem Bekanntenkreis waren schockiert, dass ich Ordensschwester werden wollte“, erinnert sie sich. „Andere hatten so etwas schon geahnt.“ Sie begann, sich kirchlich zu engagieren und suchte nach einer Frauengemeinschaft.

Eine neue Heimat fand Smitmans bei den Franziskanerinnen von Münster St. Mauritz. Der Gemeinschaft trat sie 1986 mit 26 Jahren bei. Die studierte Betriebswirtin (Schwerpunkt Unternehmensprüfung und Steuerrecht) arbeitete für die ordenseigenen Krankenhäuser in der Finanzbuchhaltung und im Controlling. Außerdem kümmerte sie sich als IT-Administratorin um die Ordensdatenbank. Bevor sie 2014 als Interne Revisorin zu AGAPLESION in die Frankfurter Konzernzentrale wechselte, war sie bei anderen Stiftungen und Kliniken tätig.    

Smitmans lebt jetzt allein, in einer Privatwohnung. „Zum ersten Mal“, sagt die Rheinländerin, die sonst in Konventen der Ordensgemeinschaft gelebt hat. Der spirituelle und persönliche Austausch mit ihren Mitschwestern fehlt ihr, trotz regelmäßiger Besuche. Aber sie ist sehr kontaktfreudig und den Menschen zugetan. In Frankfurt hat sie schnell Anschluss gefunden und engagiert sich sozial.

Im Gepäck nur OP-Material
In einem Dorf in Indien (Pithora) − zwei Flugstunden von Delhi entfernt − betreibt ihre internationale Ordensgemeinschaft Arztpraxen von Mitschwestern. Unterstützt werden die Schwestern vom St. Franziskus-Hospital Münster. Das gehört zur St. Franziskus-Stiftung Münster, mit der AGAPLESION im gesundheitsfachlichen Austausch steht. Beim „Medical Camp“ machen Münsteraner Ärzte und Pflegepersonal mit. Auch Schwester Gertrud flog nach Indien, um armen Menschen zu helfen. Im Gepäck hatten sie OP- und Pflegematerial. Nur im Bordkoffer waren persönliche Dinge. Die Ausstattung vor Ort ist nicht zu vergleichen mit unseren Standards. Die Ordensfrau unterstützte die Ärzte bei der Sprechstunde und im OP, machte einfache Blutuntersuchungen und sorgte für ein steriles Arbeitsumfeld. „Die Patienten waren sehr dankbar“, sagt sie. Aus 52 umliegenden Dörfern strömten sie nach Pithora. Einige hatten einen 100 Kilometer langen Fußmarsch hinter sich. Die Beschwerden waren vielfältig: Leistenbrüche, Wasseransammlungen im Unterbauch, Furunkel, Abszesse.