AGAPLESION SIMEONSTIFT: Den Alltag begleiten

12. Februar 2016

Genau vor einem Jahr trat das erste Pflegestärkungsgesetz in Kraft. „In der HDV gemeinnützige GmbH wurde das neue Gesetz sehr schnell umgesetzt“, erklärt Daniela Brückner, Einrichtungsleiterin im AGAPLESION SIMEONSTIFT. Sie findet: „Die Mühe hat sich gelohnt.“ Alltagsbegleiter Siegfried Bodensohn und seine Kollegen arbeiten mit knapp 70 Ehrenamtlichen zusammen. Gemeinsam ermöglichen sie es den Bewohnern, mehr am Leben außerhalb des Pflegeheims teilzunehmen.

Siegfried Bodensohn ist in der Gemeinde Hainburg gut vernetzt: Viele Bewohner nennen Siegfried Bodensohn einfach nur „Siggi“. „Sie kannten schon meine Eltern“, sagt der 61-jährige Alltagsbegleiter, dessen Mutter und Vater ihren Lebensabend im AGAPLESION SIMEONSTIFT verbracht haben. Er sagt: „Für mich sind unsere Bewohner wie Mutter und Vater. Genauso behandele ich sie auch und nehme mir viel Zeit für sie.“

Er ist einer von insgesamt 15 Frauen und Männern, die sich zu Alltagsbegleitern haben ausbilden lassen. Durch das Pflegestärkungsgesetz haben jetzt alle Bewohner mit Pflegestufe Anspruch auf eine zusätzliche Betreuung. „Die Einschränkungen, die bis dahin galten, sind weggefallen“, erklärt Einrichtungsleiterin Brückner eine der wesentlichen Neuerungen.

„Alltagsbegleiter unterstützen die Bewohner bei ihrer Freizeitgestaltung durch Gespräche, Brett- und Kartenspiele, kreatives Basteln, Vorlesen, Backen und anderes mehr“, sagt Ernst Malich, der den Sozialen Dienst leitet. Jutta Thurm, Sozialarbeiterin und Koordinatorin der Alltagsbegleitung, ergänzt: „Weil die Alltagsbegleiter unter anderem auch Ausflüge anbieten, können die Bewohner verstärkt am Leben außerhalb unseres Hauses teilnehmen.“

Siegfried Bodensohn fährt beispielsweise regelmäßig mit den Bewohnern ins Einkaufszentrum, zum Seniorentreff in die evangelische Gemeinde, in Tierparks und auf Märkte. Auf Wunsch der Bewohner holt er auch mal halbe Hähnchen oder greift zur Ölkanne, wenn ein Rollator quietscht. „Ich mache alles“, sagt er zufrieden. Auch die Männerwerkstatt, die er leitet, liegt ihm am Herzen.

„Eine gute Vernetzung mit unserem Umfeld ist uns wichtig“, betont Daniela Brückner. „Gerade weil die Alltagsbegleiter, aber auch unsere knapp 70 Ehrenamtlichen, so viele Kontakte außerhalb der Einrichtung haben, können die Bewohner an ihr ‚altes‘ Leben anknüpfen. Sie treffen Bekannte und sehen, wie die Stadt sich verändert. So bekommen sie neue Impulse“, ergänzt Ernst Malich.

Ausflug in den Zoo Vivarium in Darmstadt. Mit dabei: Jutta Thurm (Mitte).