AGAPLESION unterstützt ein Krankenhaus in Ghana

20. Dezember 2018

Kooperation steht auch für die diakonische Identität und die Vielfalt der Patienten, Bewohner und Mitarbeitenden bei AGAPLESION.

Frankfurt / Ghana. Erstmals war Vorstand Jörg Marx in Westafrika – und möchte unbedingt wieder hin. Zusammen mit Rotariern machte er sich im November im Auftrag der AGAPLESION gAG auf den Weg dorthin, darunter der Aufsichtsratsvorsitzende Hans-Jürgen Steuber und der Ex-Geschäftsführer aus Kassel, Professor Dr. med. Ulrich Vetter.

AGAPLESION kooperiert neuerdings mit einem Krankenhaus in Ghana, dem Methodist Faith Healing Hospital (MFHH) im Zentrum der Kleinstadt Ankaase. Es ist in Trägerschaft der Methodistischen Kirche der Diözese Kumasi, ebenso ein weiteres Missionskrankenhaus sowie acht -kliniken in der Region Ashanti. Um dieses und künftig auch andere soziale Projekte voranzutreiben, wurde jüngst die AGAPLESION Stiftung gegründet.

Großartige Gastfreundschaft
In Ghana waren alle per „du“. Um den Gastgebern das „ö“ im Vornamen Jörg zu ersparen, setzte der Vorstand auf seinen Spitznamen aus Schulzeiten: Marxi. „Vom ersten Tag an habe ich mich extrem wohl gefühlt“, sagt er. „Die Menschen waren überragend offen und freundlich.“ Herumgeführt im MFHH und an anderen Standorten wurden die Besucher von Krankenhausgeschäftsführer Joseph Amankwaa, doch alle Mitarbeitenden stellten ihre Bereiche selbst vor. „Sie sind sehr selbstbewusst und stolz auf ihre Arbeit“, so Marx. „Die Patienten kommen zu Fuß und warten geduldig, bis sie an der Reihe sind.“

Hans-Jürgen Steuber hat einige Jahre in Namibia gearbeitet und Land & Leute fest ins Herz geschlossen. Beim methodistischen Bischof Christopher Andam der Diözese Kumasi stellten er und Jörg Marx AGAPLESION vor, der Bischof seinen District mit Kindergärten, Krankenhäusern, Kirchen und Seelsorgern. In seiner Ansprache machte der Aufsichtsratsvorsitzende deutlich, dass beide Partner auf einem Fundament stehen: „Es sind der christliche Glaube und der methodistische Hintergrund, die uns einen. In unserer Brust schlägt dasselbe Herz.“

Die damalige Tageslosung − „Wer ist bereit, dem HERRN heute eine Gabe zu bringen“ (1. Chronik 29,5) − zeigte, dass es auf beide Partner ankommt. In Hans-Jürgen Steubers Rede heißt es weiter: „Wir stehen vor gemeinsamen Aufgaben und jeder von uns bringt Gaben ein. Es bedarf jedoch nicht nur materieller Gaben und Spenden. Es erfordert auch Gebete, Mut, Durchhaltevermögen und Ideen, um ein Gesundheitsnetzwerk zu knüpfen und in die Zukunft zu führen.“

Die Menschen in Ghana sind sehr religiös. Das Gottvertrauen zeigte sich auch auf der Rückfahrt. Der Flug von Kumasi nach Accra fiel aus, Joseph organisierte kurzfristig einen Siebensitzer mit viel PS. Doch der Fahrer wollte die vierstündige Fahrt nicht eher antreten, bis Hans-Jürgen Steuber auf dem Beifahrersitz eine kleine Andacht gehalten hatte. Gesagt, getan und los ging‘s: Der Fahrer hupte, der Beifahrer betätigte den Blinker, sobald das Auto durch die gut besuchten Ortsstraßen fuhr. Eine Plakette erlaubte die temporeiche Vorzugsfahrt.

Die afrikanischen und deutschen Experten sprachen auch darüber, wie man Patientenströme sinnvoll steuern kann − indem die Menschen etwa mit Taxis eingesammelt werden −, wo Standorte strategisch gut stehen oder wie Bauvorhaben optimiert werden können. Mit großer Freude erwartet wird der Container aus Deutschland: Beladen mit Medizintechnik und anderem Gebrauchsmaterial aus verschiedenen AGAPLESION Einrichtungen. „Das Schiff soll zum Jahreswechsel ankommen“, sagt Prof. Vetter, der schon im Frühjahr wieder nach Ghana fliegen will. „OP-Leuchten, Narkosegeräte und elektrische Betten sind für die beiden Operationssäle ein großer Zugewinn.“

Die Ghanesen schätzen die Zusammenarbeit. Auch der Bischof setzte seine Unterschrift unter das Memorandum of Unterstandig (MOU), den Kooperationsvertrag. In seiner Dankesmail nach dem Besuch schreibt er: „We are really grateful for the MOU we signed, and we look forward to be working together in our medical healing ministry to save humanity to glorify God.“ Frei übersetzt: „Wir sind sehr dankbar für den Kooperationsvertrag und freuen uns darauf, Menschen zur Ehre Gottes gemeinsam medizinisch zu helfen.“

Die AGAPLESION Stiftung
Der AGAPLESION Stiftung hat der Aufsichtsrat bei seiner Sitzung Ende November 2018 seinen Segen erteilt. Sie ist Ausdruck des christlichen Engagements, das den gemeinnützigen Gesundheitskonzern ausmacht.  Das erste Projekt ist die Kooperation mit Ghana. Die Unterstützung kann künftig viele andere Projekte umfassen: die Weiterentwicklung des Gesundheitswesens im In- und Ausland, die Förderung der Gesundheits- und Altenpflege, ebenso Aus-, Fort- und Weiterbildungen sowie Wissenschaft und Forschung.

Mit AGAPLESION Kuli: Hans-Jürgen Steuber (1. v. l.), Jörg Marx (4. v. l.) und Prof. Dr. Ulrich Vetter (6. v. l.) mit Kollegen vor dem Methodist Faith Healing Hospital.