Unfallopfer gut versorgt im Traumazentrum

03. April 2014

Das AGAPLESION EV. BATHILDISKRANKENHAUS BAD PYRMONT hat es geschafft: Bei der Re-Zertifizierung 2014 wurde es vom lokalen zum regionalen Traumazentrum des Traumanetzwerkes Ostfalen-Lippe aufgewertet, in dem 17 Kliniken kooperieren.

Es ist die „Golden hour“, die zählt. Innerhalb der ersten Stunde sollen Schwerstunfallverletzte in einem Krankenhaus versorgt werden. „Sonst sind ihre Überlebenschancen immer geringer“, sagt Frank Blömker, Chefarzt der Fachabteilung für Unfall- und Handchirurgie, Sporttraumatologie am AGAPLESION EV. BATHILDISKRANKENHAUSBAD PYRMONT.

Bereits 2009 war die Fachabteilung als erste Klinik in Niedersachsen von der deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) als lokales Traumazentrum ausgezeichnet worden. Jetzt folgte die Höherstufung zum regionalen Zentrum. Es gibt lokale, regionale und überregionale Traumazentren. Ein regionales Zentrum muss beispielsweise zwei Notfallversorgungen gleichzeitig durchführen können, ein lokales nur eine. Außerdem müssen folgende Abteilungen vorhanden sein: Anästhesie, Unfall-, Allgemein-, Gefäß-und Neurochirurgie.

Wenn ein schwerer Massenunfall passiert, ist zunächst der leitende Notarzt vor Ort „Er ordnet die Verletzungsschwere zu und organisiert, welcher Patient in welche Klinikgebracht wird“, erklärt Blömker. Der Notarzt kennt die Traumazentren. 90 Prozent seiner Mitarbeitenden haben eine ATLS-Schulung absolviert: Advanced Trauma Life Support. Das ist ein Schockraummanagement für Ärzte am Patientenbett. Darin finden sich zahlreiche Behandlungsanweisungen. „Hier müssen die Zuständigkeiten und Abläufe klar geregelt sein“, sagt Blömker.

Ins Traumaregister der DGU werden Behandlungsdaten eingepflegt wie zum Beispiel die Dauer einzelner Behandlungsschritte. Die Daten werden mit anderen Kliniken verglichen. Die Auswertung geht zurück an die einzelnen Kliniken. „So werden die Behandlungsqualität und der -ablauf ermittelt“, sagt Blömker. Rund 50 Patienten pro Jahr wurden bislang behandelt. „Davon mussten wir nur zwei in andere Kliniken weiterverlegen, nachdem wir sie stabilisiert hatten.“ Die Verletzungsmuster waren zu gravierend. Für ein Haus dieser Größe ist diese Quote ungewöhnlich gut.

Frank Blömker, Chefarzt der Fachabteilung für Unfall- und Handchirurgie, Sporttraumatologie am AGAPLESION EV. BATHILDISKRANKENHAUSBAD PYRMONT