Digital Health Start-up: Virtual Reality im Klinikalltag

08. November 2017

Bereits zum zweiten Mal vergab die AGAPLESION gAG im September 2017 ein Gründerstipendium für ein innovatives Start-up aus dem E-Health-Sektor. Der diesjährige Gewinner des zweijährigen Stipendiums ist das Lübecker Start-up Sympatient. Das dreiköpfige Gründerteam entwickelt mit seiner Anwendung „Invirto“ Virtual Reality-Szenarien und möchte so die Psychotherapie revolutionieren. Das überzeugte die Jury aus Fachleuten des Gesundheitsunternehmens AGAPLESION sowie des Flying Health Incubators (FHI), der seit 2016 Digital Health Start-ups auf dem Weg in den ersten Gesundheitsmarkt begleitet. In der vergangenen Woche hat das Gründerteam „Invirto“ nun den AGAPLESION Führungskräften auf einer konzernweiten Konferenz vorgestellt. Das Trio erhielt durch den direkten Austausch mit den Experten viel Input und Ideen für weitere Einsatzmöglichkeiten von Virtual Reality im Klinikalltag und auch im Altenpflegeumfeld. Im folgenden Interview berichten die Stipendiaten von ihrem Start-up, der Zusammenarbeit mit AGAPLESION und ihre nächsten Schritte hin zum Markteintritt.

Was ist Sympatient? Stellen Sie sich bitte kurz vor.
Sympatient entwickelt Virtual Reality-Lösungen (VR) für den Gesundheitsmarkt. Unser Team vereint einen starken technischen Hintergrund mit einem Fokus auf Psychologie und Medizin. Als Team kennen wir uns schon seit über fünf Jahren und haben vom Kickerturnier bis hin zu Businessplan-Nachtschichten einiges zusammen erlebt. Derzeit entwickeln wir in enger Zusammenarbeit mit führenden Wissenschaftlern und Therapeuten VR-Anwendungen für die Behandlung von Angsterkrankungen und prüfen das Potential von VR für weitere Krankheitsbilder.

Was hat Sie zu dieser Idee bewegt?
Julian hat während des Studiums wiederholt auf der spezialisierten Station für Angst- und Zwangserkrankungen des Zentrums für integrative Psychiatrie am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein gearbeitet. So entwickelten wir ein Verständnis für die etablierten Therapiemöglichkeiten bei Angsterkrankungen und diverse Probleme der derzeitigen Therapiekette: Patienten müssen im Durchschnitt mehrere Monate auf die Therapie warten, der Goldstandard der Expositionstherapie ist für Therapeuten nicht immer durchführbar und Rückfallquoten bei der Behandlung von Angsterkrankungen sind hoch. Zusammen mit Therapeuten und Wissenschaftlern entwickeln wir deshalb Produkte, um die Versorgungsqualität für Patienten mit psychischen Erkrankungen zu verbessern.

Wieso haben Sie sich für das AGAPLESION Gründerstipendium beworben? Was ist daran besonders?
Zum Zeitpunkt der Bewerbung waren wir dabei, die nächsten Meilensteine für Sympatient festzulegen. Uns wurde klar, dass der Weg in die Regelversorgung ohne starke Partner aus dem Gesundheitswesen extrem schwierig ist. Das AGAPLESION Gründerstipendium mit seiner einzigartigen Kombination aus finanzieller und ideeller Unterstützung kann hier die Weichen für die nächsten zwei Jahre stellen. Deshalb sind wir sehr stolz und vor allem dankbar, dass AGAPLESION und der Flying Health Incubator uns aus einem großen Pool aus sehr guten Start-ups als Stipendiaten gewählt haben. Zum einen sichert uns das Gründerstipendium die weitere Arbeit an Sympatient für die nächsten zwei Jahre. Zum anderen ist der einzigartige Austausch mit Führungskräften aus dem Gesundheitswesen enorm wertvoll für die weitere Produktentwicklung. So konnten wir schon während des Auswahltages und der jetzigen Managementkonferenz von diversen Ideen der AGAGPLESION gAG für die Zukunft unserer VR-Anwendungen profitieren.

Was erhoffen Sie sich von den kommenden zwei Jahren: Was versprechen Sie sich von der Zusammenarbeit mit dem FHI und Agaplesion? Was sind Ihre Ziele?
Die AGAPLESION gAG hat in diversen Innovationsprojekten ihre Führungsposition als eines der innovativsten Gesundheitsunternehmen Deutschlands bewiesen. Der FHI bietet eine einzigartige Unterstützung beim Marktzugang und Fragen zum Deutschen Gesundheitssystem. In unserer Kooperation werden wir nun Sympatients Umsetzungsstärke mit der Expertise unserer beiden Partner verbinden und den Weg in die Regelversorgung angehen. Zusätzlich wollen wir in Kooperation mit AGAPLESION und dem FHI weitere Anwendungsbereiche für Virtual Reality im Gesundheitsmarkt ausloten und erarbeiten.

Wie sehen Ihre konkreten nächsten Schritte aus?
Virtual Reality bietet eine neue Darstellungsform für seine Nutzer – ähnlich wie das Smartphone vor zehn Jahren. Als VR-Pionierunternehmen im Gesundheitsmarkt wollen wir dieses Potenzial nutzen, um Patienten eine bessere Versorgungsqualität zu bieten. Wir fokussieren uns in den nächsten Schritten auf den Abschluss unserer ersten klinischen Studie, den Markteintritt und möchten parallel in enger Zusammenarbeit mit unseren neuen Partnern den Weg in die Regelversorgung vorantreiben.