Für unsere Patienten nur die modernsten Therapien

13. November 2015

Über das moderne Arzt-Patienten-Verhältnis sprachen wir mit Priv.-Doz. Dr. med. Marc Thill. Der Patient im Jahr 2015 ist gut informiert. Aber nicht immer richtig.

 

Priv.-Doz. Dr. med. Marc Thill ist seit 2012 Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe am AGAPLESION MARKUS KRANKENHAUS. Sein interdisziplinäres Brustzentrum ist das größte im Rhein-Main-Gebiet. „Mein Team und ich haben den Anspruch, unseren Patienten die beste Medizin und die modernsten Therapien zu bieten“, bekräftigt er. „Das verstehen wir unter Wertschätzung.“

Damit Thill diesen Anspruch verwirklichen kann, muss er sich auf dem neuesten Stand halten. Seine Mitarbeit in der AGO, der Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie e. V. ,  kommt ihm dabei zugute. Er ist Mitglied der Kommission „Mamma“ zur Therapie des Mamma-Karzinoms in Deutschland. „Wir geben jedes Jahr Patientenratgeber und Therapieempfehlungen für Ärzte heraus. Danach richten sich nicht nur die Fachwelt und Patienten in Deutschland, sondern auch andere Länder wie die Schweiz, Österreich, die Vereinigten Arabischen Emirate und Japan.“ Das bedeutet zwar viel Engagement, auch außerhalb der Klinik, aber für Thill ist das selbstverständlich. Er hat für sich entschieden, dass er sehr gute Arbeit machen will.  

Allein für die diesjährige Überarbeitung der Therapieempfehlungen der Kommission „Mamma“  las er 5.500 sogenannte „Abstracts“, prägnante Inhaltsangaben medizinischer Publikationen. Weckt ein Forschungsansatz sein Interesse, vertieft er sich ins Thema. Ungezählte Studien und Veröffentlichungen zur modernen Behandlung von Brustkrebs kommen dazu, auf Deutsch und Englisch. Doch natürlich arbeitet er auch noch in anderen Fachgesellschaften mit, ist ein gefragter Redner bei nationalen und internationalen Kongressen und forscht und publiziert viel.

Wissen kann Laien auch überfordern
Patienten, die in seine Klinik kommen, profitieren von seiner Akribie. Das hat sich herumgesprochen. Doch auch Thill und sein Team müssen immer wieder mit guter Arbeit überzeugen. Er erklärt das so: „Früher hatte der Berufsstand des Arztes das meiste Prestige. Ein Arzt hatte großes Fachwissen, über das er allein verfügte. Was er sagte, hatte Gewicht und wurde gemacht.“ Heutzutage sei das anders. „Die Patienten sind oftmals sehr gut informiert. Es gibt das Internet, Selbsthilfegruppen, den Trend zur Zweit- und Drittmeinung sowie eine große Auswahlmöglichkeit an Therapien und Ärzten.“ Patienten hinterfragen die Empfehlungen und Behandlungen, sie wählen ganz genau aus. Doch zu viel Wissen, ganz gleich ob richtig oder falsch, kann einen Laien zuweilen überfordern und er kann falsche Schlüsse ziehen. Thill erklärt Therapien daher ganz detailliert, spricht über die realistische Zeitspanne, die eine Behandlung braucht, über Erfolge und Risiken einer Operation. Das ist ihm sehr wichtig.

Eine sehr gut informierte Patientin
Eine an Brustkrebs erkrankte Patientin, Mitte 40, ist ihm in sehr guter Erinnerung geblieben. „Im Internet war sie auf uns gestoßen, weil wir unter anderem an der ADAPT-Studie teilnehmen.“ Die Studie initiiert hat die Women‘s Health Care Study Group (WSG). „Dabei wird die Aggressivität eines Tumors mit modernen Verfahren bestimmt“, erklärt Thill. „Es geht um die Frage, ob der Tumor so aggressiv ist, dass die Patientin zusätzlich zu ihrer antihormonellen Therapie auch noch eine Chemotherapie benötigt.“ Mit seiner bestens informierten Patientin hatte Thill „sehr gute Gespräche“. Mittlerweile wurde die Frau operiert, sie brauchte keine Chemotherapie.

Insofern sieht der Chefarzt das Internet als Informationsquelle nicht grundsätzlich negativ. Er macht sogar selbst beim Online-Service „BetterDoc − Besser zum richtigen Arzt“ mit. Thill sitzt im Experten-Gremium. „Über 2.000 in ihrem jeweiligen Fachgebiet führende Experten empfehlen dem Patienten innerhalb von 48 Stunden einen Spezialisten, von dem sie sich selbst behandeln lassen würden. Jede Empfehlung wird begründet, damit eine optimale Entscheidungsgrundlage gewährleistet ist.“ Das Unternehmen erhielt beim „Kopf schlägt Kapital“-Wettbewerb des Entrepreneurship Summit 2013 den 3. Platz: www.betterdoc.org

Kontakt:
AGAPLESION MARKUS KRANKENHAUS

Priv.-Doz. Dr. med. Marc Thill