Innovation: Auch 80-jährige Patienten finden digitales Angebot gut!

08. Oktober 2018

Inge Cziesche hat‘s getan: Sie hat sich die TK-App heruntergeladen. „Ich muss ja wissen, wie das geht, damit ich den Patienten helfen kann“, sagt die Kommissarische Leitung Patientenaufnahme im AGAPLESION MARKUS KRANKENHAUS in Frankfurt am Main, die selbst bei der Techniker Krankenkasse (TK) versichert ist. Zusammen mit ihrer Stellvertreterin Anika Koch hat sie das insgesamt 19-köpfige Team auf die digitale Innovation vorbereitet.

Die elektronische Gesundheitsakte TK-Safe der Techniker Krankenkasse läuft bei AGAPLESION gerade im Beta-Test. TK-versicherte Patienten können in 16 AGAPLESION Krankenhausstandorten mit ihrem Smartphone über die TK-App auf einen digitalen Datentresor (TK-Safe) zugreifen. Hier liegen ihre medizinischen Daten ab, die sie selbst sammeln und verwalten können. Auf Wunsch übermittelt AGAPLESION die Entlassbriefe digital in diesen zentralen Speicherort. Das Angebot soll perspektivisch auf weitere Versicherte, Krankenhäuser, Daten (wie Befunde, Medikationsplan oder Anamnese) und Leistungserbringer (wie MVZ oder Wohn- und Pflegeeinrichtungen) ausgeweitet werden.

Inge Cziesche und Anika Koch finden es gut, dass sich AGAPLESION als erster Krankenhauskonzern von Anfang an bei der Entwicklung von TK-Safe beteiligt hat, die auf dem Gesundheitsmarkt ein Novum ist. „Andere Krankenkassen folgen dem Beispiel bereits“, sagt Koch im Hinblick auf entsprechende Medienberichte, die sie aufmerksam verfolgt. „Wenn die anderen Anbieter soweit sind, haben wir bereits viele Erfahrungen gesammelt.“

Der Aufwand hält sich in Grenzen. „Über das neue Angebot wurden wir frühzeitig informiert“, sagt Cziesche. „Per Mail, auf dem AAB Patientenmanagement und mit einer sehr guten schriftlichen Anleitung. In unseren Teamsitzungen haben wir schnell festgestellt, dass die Umsetzung leicht ist.“ Gleich bei der stationären Aufnahme weisen die Kollegen den Patienten auf die TK-App hin, händigen Flyer und eine Datenschutzerklärung aus. Die Flyer liegen auch in den Wartebereichen aus. Bei unangekündigten Notfallpatienten gehen die „Stationsgänger“ aus dem Team noch am selben oder am Folgetag zu den Patienten und holen die Aufnahme samt Hinweis auf TK-Safe nach.

Vorarbeit bei ORBIS war super
„Bei der Aufnahme müssen die Patienten zahlreiche Verträge unterschreiben; nun kommt mit TK-Safe noch einer hinzu“, sagt Koch. „Das stresst manche Menschen, aber das Angebot ist ja freiwillig.“ Der Versicherte muss schriftlich einwilligen und eine Datenschutzerklärung unterschreiben, die er jederzeit widerrufen kann. Das unterschriebene Dokument scannen die Kollegen ein, laden es ins Krankenhausinformationssystem (KIS) ORBIS hoch und vermerken hier auch, ob der Patient eingewilligt hat oder nicht. Die Infrastruktur war bestens vorbereitet − die Umstellung auf TK-Safe war zwar eine große Herausforderung, die die AGAPLESION IT aber mit viel Sachverstand und Engagement gestemmt hat.

Alle Daten auf einen Blick
„Manche Patienten kennen das Angebot bereits, weil sie von der TK informiert wurden, andere hören zum ersten Mal davon“, berichtet Cziesche. Tendenziell sind eher die jüngeren Generationen auf Anhieb überzeugt. „Allerdings hatten wir auch schon Senioren um die 80 Jahre, die sich beim Herunterladen der App helfen ließen, oder wissen wollten, ob wir WLAN haben.“ Die positiven Reaktionen kann sie gut nachvollziehen. „Das Angebot ist sehr schick: Ich muss künftig nur mein Smartphone zücken und habe alle relevanten Daten griffbereit. Ich bin gespannt, was nach dem Herunterladen des Entlassbriefs technisch noch möglich ist. Die Zeiten, als man die Unterlagen bei Ärzten und Leistungserbringern mühsam zusammentragen musste, oder als noch  unnötige Doppeluntersuchungen anstanden, sind dann endlich vorbei.“

Als Deutschlands viertgrößter und größter christlicher Krankenhauskonzern behandelt AGAPLESION konzernweit jährlich rund 280.000 stationäre Patienten. Darunter sind etwa 70.000 TK-Versicherte (25.000 stationäre und 45.000 ambulante). Stationäre Patienten können ihre Entlassbriefe digital in TK-Safe ablegen. Derzeit nutzen rund 10 Prozent dieser TK-Versicherten bei AGAPLESION den innovativen Speicher. Perspektivisch möchte der christliche Gesundheitskonzern sowohl im stationären als auch im ambulanten Bereich die Voraussetzungen dafür schaffen, dass Daten wie Befunde, Medikationsplan oder Anamnese digital mitgenommen werden können.

Inge Cziesche (l.) und Anika Koch aus dem AGAPLESION MARKUS KRANKENHAUS in Frankfurt informieren gleich bei der Aufnahme über die elektronische Gesundheitsakte.