Aisha kann wieder laufen: Neunjährige aus dem Jemen operiert

03. April 2014

Das AGAPLESION EVANGELISCHESKRANKENHAUS HOLZMINDEN behandelt schon seit vielen Jahren kostenlos Kinder aus Krisenregionen.

Aisha aus dem Jemen kam Ende Januar 2014 nach Deutschland. Sie konnte kaum noch laufen, litt an einer Knochenmarkentzündung mit einem multiresistenten Keim. Zuletzt konnte Aisha (9) nicht mehr zur Schule gehen. Der einstündige Fußweg war eine unüberwindbare Hürde. „Wir vermuten, dass sie einen Oberschenkelknochenbruchhatte, der sich infiziert hat“, sagt Dr. Siegfried Schulz, Chefarzt der Unfallchirurgie.

Das Mädchen hatte einen großen Abszess im rechten Oberschenkel. Der weltweit tätige Ärzteverein Hammer Forum sorgte dafür, dass das Kind nach Holzminden kam. Für Schulz ist die Hilfe selbstverständlich. „Immerhin sind wir ein evangelisches Krankenhaus“, betont er. Qualität zeigt sich auch darin, ob man sich sozial engagiert. Am Anfang war das kleine Mädchen sehr verängstigt. „Die Kinder durchleben zunächst einen Kulturschock“, sagt Schulz. Plötzlich sind sie ganz allein in einem fremden Hightech-Land. Doch eine Dolmetscherin, liebevoll Mama Magda genannt, half bei Verständigungsschwierigkeiten schnell weiter.

„Die Kinder sind sehr wissbegierig“, hat der Chefarzt festgestellt. Sie wollen die Sprache lernen, wenn sie länger bleiben, gehen sie sogar in die Schule. Doch Aisha flog schon Mitte Mai wieder in ihre Heimat. Aishas Ankunft in Holzminden hat sich wie ein Lauffeuer verbreitet. Die Neunjährige hat Puppen geschenkt und Besuch von arabischen Familien bekommen. Sie hat sich schnell eingelebt, regelmäßig mit ihrer Großfamilie telefoniert – Aisha hat 15 Geschwister. Ein Erlebnis wird sie sicher nie vergessen: In Deutschland hat das Kind zum ersten Mal Schnee gesehen.

Aisha und Dr. Siegfried Schulz, Chefarzt der Unfallchirurgie, AGAPLESION EVANGELISCHES KRANKENHAUS HOLZMINDEN