Mobile Patientenakte – Vernetzung rund um den Patienten

02. Februar 2016

Bereits seit Dezember 2014 plant das AGAPLESION DIAKONIEKLINIKUM ROTENBURG den IT-gestützten Einsatz der Mobilen Patientenakte. Mobilität ist hier wörtlich genommen: Per iPad können im Klinikum sämtliche Patienteninformationen abgerufen und dokumentiert werden.

Patientensicherheit, verbesserte Behandlungsqualität durch Transparenz und Entlastung der am Patienten tätigen Mitarbeitenden sind klare Vorteile der digitalen Vernetzung. Mittlerweile hat die Einführung der Mobilen Patientenakte Fahrt aufgenommen. Mehrere Kliniken sind bereits „am Netz“, und die Mitarbeitenden im ärztlichen und pflegerischen Dienst geschult.

Die Klinik für Unfallchirurgie gehörte zu den ersten Abteilungen im AGAPLESION DIAKONIEKLINIKUM ROTENBURG, die mit der Mobilen Patientenakte gestartet sind. „Ein großer Fortschritt ist beispielsweise die Wunddokumentation, denn mit den iPads können wir Wunden fotografieren und gleich dem Patienten zuordnen“, sagt Gitta Schnäpp, Stationsleitung der Unfallchirurgie auf Station 3. „Ich bin begeistert von der Schnelligkeit und der Transparenz des Systems. Weil ich nun sämtliche Informationen auf einen Blick habe, sind die Arbeitsabläufe wesentlich einfacher geworden.“

Alle notwendigen Daten des klinischen Informationssystems iMedOne sind direkt am Patientenbett abrufbar. So können Informationen unabhängig von Ort und Zeit aufgerufen, besprochen und aktualisiert werden, beispielsweise aus dem OP heraus. Sämtliche Bilder aus dem Bilddatenarchivierungs- und Kommunikationssystem PACS (Picture Archiving and Communication System), Laborbefunde und Vitalwerte sind überall abrufbar und können – per iPad – im Patientengespräch bei der Aufklärung und weiteren Erläuterungen helfen.

Lernendes System

„Wir sehen die Mobile Patientenakte als ein lernendes System, das ständig weiterentwickelt und verbessert wird“, sagt Björn Müller, der zurzeit die Stabsstelle IT in der Pflege ausfüllt. Ein weiteres wichtiges Modul ist der Einsatz von AiDKlinik (Arzneimittel-Informations-Dienste), ein an der Uni Heidelberg entwickeltes System, das bei der Medikation unterstützt, indem es beispielsweise auf Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten hinweist oder die individuelle Dosierung berechnet.

Mehr Behandlungsqualität für die Patienten

Vernetzt sind in der Mobilen Patientenakte nicht nur die Patientendaten, sondern auch die unterschiedlichsten Berufsgruppen, die rund um den Patienten tätig sind: Pflegende und Ärzte, Codierer und Sozialdienst, Apotheker und Physiotherapeuten. „Es ist jederzeit nachvollziehbar, wer wann was entschieden und angeordnet hat. Dadurch weiß jeder, was zu tun ist“, sagt Müller. Gitta Schnäpp möchte auf die tägliche Arbeit mit der Mobilen Patientenakte nicht mehr verzichten: „Ich kann mir gar nicht mehr vorstellen, wieder mit Papier und Stift zu dokumentieren“.