Im Namen Gottes: Diakonisches Wissen gelebt

05. Februar 2015

Schwester Christa Godemann ist seit 66 Jahren Diakonisse. Mittlerweile ist sie im Ruhestand, Feierabend genannt. Sie lebt im ev.-lutherischen Diakonissen-Mutterhaus Rotenburg (Wümme). Früher arbeitete sie im heutigen AGAPLESION DIAKONIEKLINIKUM ROTENBURG.

 

„Ich konnte nicht anders“, sagt Schwester Christa (85). „Ein Anderer hat über mich verfügt.“ Mit diesen Worten erklärt sie, warum sie 1948 Diakonisse geworden ist. Die evangelische Gemeinschaft hat sie nachhaltig beeindruckt: „Insbesondere eine Schwester habe ich grenzenlos verehrt. Doch so eine Jugendschwärmerei reicht nicht aus, um sich für den Diakonissenstand zu entscheiden.“ Nach und nach sei der Wunsch in ihr gereift.

Geboren und aufgewachsen ist Schwester Christa in Eilenburg, eine Stadt an der Mulde im Nordwesten von Sachsen, gut 20 Kilometer nordöstlich von Leipzig. In Quedlinburg fing sie beim Roten Kreuz eine Krankenschwesterausbildung an, die sie aber abbrach. „Ich habe mich nicht wohl gefühlt“, erklärt die Seniorin. 1947 kam sie nach Rotenburg, dort lebten Verwandte. Sie fing in einem Altenheim an, das zum Mutterhaus gehörte. Damals leiteten noch die Diakonissen das heutige AGAPLESION DIAKONIEKLINIKUM ROTENBURG. Die Arbeit und das fachliche Wissen der Schwestern, das aus einer langen Tradition herrührt, faszinierten die junge Frau. Damals lebten gut 150 Diakonissen im Mutterhaus (heute sind es nur noch 21), die im Krankenhaus und in der Gemeinde beschäftigt waren. Am 5. April 1948 zog Schwester Christa ins Mutterhaus ein. Sie machte das Krankenpflegerexamen, arbeitete mit behinderten Kindern, auf einer Pflegestation für alte Menschen und mit Anfang 30 bildete sie sich zur Ergotherapeutin weiter (Schwerpunkt Geriatrie und Neurologie). Mit 65 Jahren ging sie in den „Feierabend“.

Heute sind nur noch wenige Diakonissen – so auch Schwester Christa – ehrenamtlich im AGAPLESION DIAKONIEKLINIKUM ROTENBURG tätig. Die 85-Jährige lebt in einem 1-Zimmer-Appartment am Mutterhaus. Ganz „nüchtern“ bemerkt sie, dass ihre Gemeinschaft Nachwuchssorgen hat. „Die Diakonissen sterben vielleicht aus“, sagt sie, „aber die Diakonie nicht.“ Der Dienst am Menschen, die christliche Nächstenliebe, überlebt die Zeit. Denn man muss keine Diakonisse sein, um zu merken, dass dieser christliche Wert es verdient hat, gelebt zu werden.

 

Kontakt:
AGAPLESION DIAKONIEKLINIKUM ROTENBURG

 

Schwester Christa Godemann, AGAPLESION DIAKONIEKLINIKUM ROTENBURG