Nachgedacht: Wenn’s brenzlig wird – Retter in der Not

30. Mai 2018

Wie die Feuerwehr kann auch der Glaube in persönlichen Krisenzeiten hilfreich sein.

Frankfurt / Schaumburger Land . Sie wundern sich vielleicht, warum ich für meinen heutigen geistlichen Impuls die Werkfeuerwehr des AGAPLESION EV. KLINIKUM SCHAUMBURG ausgewählt habe. Ich sehe das so: Die rund 40 Männer und Frauen, die diesen Dienst freiwillig neben ihren Tätigkeiten im neuen Klinikum wahrnehmen, sind im Ernstfall Retter in der Not. Im übertragenen Sinne gilt das auch für Mitarbeitende aus dem seelsorgerlichen Bereich. Auch der christliche Glaube kann in Gestalt Jesu‘ zum Retter in der Not und zur Hoffnungsquelle werden, wenn der Mensch offen ist und Gott sein Vertrauen schenkt.

Die Feuerwehr ruft man mit der 112. Gott hat kein Telefon, doch für unsere Nöte und Sorgen hat er immer ein offenes Ohr – das hat er uns verheißen. Gottes „Telefonnummer“ lautet: 5015 – gemeint ist Psalm 50, Vers 15. Dort heißt es: „Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten, und du sollst mich preisen.“

Der gute Draht nach oben ist sein ständiges Angebot an uns. Ein lebendiger Glaube kann gerade in Ausnahmesituationen eine gewaltige Kraft entfesseln. Und das gilt nicht erst bei einer schweren ärztlichen Diagnose, einem Schicksalsschlag oder einer persönliche Krise. Glaube ist Ausdruck der Beziehung zu Gott, der uns aus reiner Freude an uns mit der ganzen Schöpfung geschaffen hat!

Untersuchungen zeigen: Not alleine lehrt nicht beten! Wenn uns Dinge komplett aus der Bahn werfen, sind wir nicht plötzlich frömmer. Vielleicht werden wir sogar erst einmal sprachloser, auch in spiritueller Hinsicht. Daher ist es wichtig, geistliche und spirituelle Ressourcen in ganz normalen Zeiten zu entwickeln.

Um im Bild der Feuerwehr zu bleiben: Wenn unsere freiwilligen Feuerwehrleute nicht regelmäßig üben, wird es schwierig, wenn der Ernstfall einmal eintreten sollte. Gebet und Glaube brauchen also Übung, am besten regelmäßig. Und das kann sogar Freude machen, auch wenn es nicht brennt. Denn: Gott ist nur ein Gebet weit entfernt.

Autor: PD Pfarrer Dr. Holger Böckel, Leiter AGAPLESION Institut für Theologie – Diakonie – Ethik, AGAPLESION gAG

Werksfeuerwehr bei einer Übung am AGAPLESION EV. KLINIKUM SCHAUMBURG