Palliativarbeit: Spenden tragen zur würdevollen Atmosphäre bei

15. November 2016

Fördervereine sind gute Ansprechpartner, wenn Menschen für die palliative Betreuung spenden möchten.

Hamburg. Der Verein zur Förderung der Palliativarbeit im Diakonieklinikum Hamburg e. V. unterstützt die Palliativarbeit − engagierte (ehemalige) Mitarbeitende, Angehörige ehemaliger Palliativpatienten und Bürger. Der Verein wurde 2007 gegründet, als auch die Palliativstation (heute vier Einzel- und ein Doppelzimmer) im AGAPLESION DIAKONIEKLINIKUM HAMBURG aufgebaut wurde.

„Ohne diese Unterstützung könnten wir viele Angebote nicht vorhalten“, sagt Dr. med. Eva Mayer, Fachärztin für Innere Medizin und Palliativmedizin, die die Palliativeinheit leitet. Dazu gehören u. a. Kühlschränke für jedes Patientenzimmer, Therapieleuchten, Spezialbetten, DVDs, Aromaöle, Fort- und Weiterbildungen (wie in Palliative Care) und Öffentlichkeitsarbeit zur Verbreitung des Palliativgedankens. Die schöne Ausgestaltung des Wohnzimmers ist ebenfalls wichtig: Ehrenamtliche gestalten in den Räumlichkeiten das wö-chentliche Café für Patienten und ihre Angehörigen. Sogar Hochzeiten wurden hier schon gefeiert.

Rotenburg. Die Palliativstation im AGAPLESION DIAKONIEKLINIKUM ROTENBURG umfasst zehn Einzel-zimmer und heißt „Die Räume der Geborgenheit“. Der Förderkreis Palliativarbeit möchte die Arbeit weiter verbessern und bittet dafür um Spenden.

„Die Idee greifen viele Angehörige bei Beerdigungen auf“, berichtet der Theologische Direktor Pastor Matthias Richter. „Sie wollen so ihren Dank für die gute Betreuung ausdrücken.“ Die Spenden werden auch hier in Ausstattungen oder Behandlungen investiert, die sonst kein Kostenträger übernimmt. Ebenso werden Ausbildungen und Supervisionen für Mitarbei-tende und Teams nach palliativer Begleitung finanziert.

Feierlich Abschied nehmen
Für verstorbene Patienten der Palliativstation werden Gedenkfeiern ausgerichtet. „Dazu haben wir aktuell fast 200 Angehörige eingeladen“, sagt Richter. Chefarzt und Seelsorgerin begrüßen die Besucher, Richter hält eine kurze Ansprache, Pflegefachkräfte lesen Texte sowie die Namen der Verstorbenen vor.

Am Ende wird für jeden Namen eine Kerze angezündet, die die Angehörigen mitnehmen können. „Die Gedenkstunde knüpft für viele Angehörige unmittelbar an die individuelle und ganzheitliche Betreuung an, die ihre Lieben in den ,Räumen der Geborgenheit‘ erlebt haben“, betont Richter. „Aber auch für viele im Team ist die Feier zum Loslassen nach oft intensiven Kontakten wichtig. Schließlich wollen wir gemeinsam die Hoffnung feiern, dass mit dem Tod nicht alles aus ist.“

Bückeburg. Im AGAPLESION EV. KRANKENHAUS BETHEL BÜCKEBURG stehen seit Anfang Juli sechs Palliativbetten. „Die Landeskirche hat uns finanziell unterstützt“, sagt Schwester Susanne Sorban, Bezirksoberin und Pflegedirektorin. Aus Spenden ehemaliger Patienten und deren Angehörigen konnten Trostspender wie Handschmeichler und kleine Kreuze, Duftlampen und Trauerkarten angeschafft werden.

Die Kirche finanziert außerdem für zwei Jahre eine halbe Pflegestelle sowie für das gesamte Klinikum eine Pastorin für die Seelsorge. Im neuen AGAPLESION EV. KLINIKUM SCHAUMBURG, das 2017 eröffnet und die drei Standorte in Bückeburg, Rinteln und Stadthagen vereint, entsteht eine eigenständige Palliativstation mit sechs Betten. „Wir möchten gern einen Förderverein für die Palliativeinheit gründen und sind momentan im Aufbau“, berichtet Sorban.

Hamburg: Stirbt ein Palliativpatient, so beschriften Mitarbeitende einen Kieselstein mit dessen Namen (r.). Einmal jährlich werfen sie die Steine in die Alster.