Familien finden Hilfe: Babylotsin zeigt Wege auf

03. Februar 2014

Nicht immer haben Eltern alle Fragen geklärt, wenn ihr Kind auf die Welt kommt. Und oftmals wissen sie nicht, wer ihnen weiterhelfen kann. Am AGAPLESION DIAKONIEKLINIKUM HAMBURG kümmert sich auf Wunsch eine Babylotsin um solche Fälle.

Michal Fischer, 30 Jahre alt. Seit Ende 2013 kümmert sich die Hebamme und Gesundheitswissenschaftlerin am AGAPLESION DIAKONIEKLINIKUM HAMBURG um Eltern, die unterstützt werden möchten. Alter und Schicht spielen keine Rolle. „Ich finde es spannend, Kontakte zu den unterschiedlichsten Menschen aufzubauen und zu helfen“, berichtet Fischer.

Initiiert wurde das Projekt durch die Stiftung „See You“ des Hamburger katholischen Kinderkrankenhauses Wilhelmstift. Finanziert wird es durch die Freie und Hansestadt Hamburg im Rahmendes Landeskonzepts „Frühe Hilfen: Guter Start für Hamburgs Kinder“. In der Hansestadt sollen Babylotsen bis Ende 2014 an allen zwölf Geburtskliniken und in einem Geburtshaus arbeiten. Auch über die Landesgrenzen hinaus sind sie bereits tätig. „Die Angebote sollen den Start ins Familienleben erleichtern“, sagt Fischer. „Viele Betroffene wissen gar nicht, welche Hilfsangebote es in ihrem Stadtteil gibt.“ Wenn sich die Familien zur Geburt anmelden, kann im Rahmen der Anamnese ein Unterstützungsbedarf festgestellt werden. Die Familien können selbst entscheiden, ob sie den Kontakt zur Babylotsin wünschen.

Die Probleme sind vielfältig: Die Wohnung ist zu klein, man hat keine Arbeit, man weiß nicht, wie man den Antrag auf Elterngeld ausfüllt, man hat noch keine Hebamme. Fischer schaut dann, welche Hilfsangebote infrage kommen und stellt den Kontakt her. Nach ein paar Wochen erkundigt sich die 30-jährige telefonisch, ob die Unterstützungsangebote gefruchtet haben. „Wenn nicht, überlegen wir erneut, wie der Familie geholfen werden kann“, ergänzt die Babylotsin. Angestellt ist sie bei „See You“ und arbeitet halbtags bei AGAPLESION. Sie hofft, dass Babylotsen in der Zukunft verstärkt bundesweit eingesetzt werden: „Je früher eine Unterstützung zur Verbesserung der familiären Lebenssituation einsetzt, umso wirkungsvoller ist sie für das Kind und seine Entwicklungschancen.“

Michal Fischer, Babylotsin, AGAPLESION DIAKONIEKLINIKUM HAMBURG