Seit drei Jahrzehnten der Hygiene verschrieben

30. Juli 2015

Medienberichte über Krankenhäuser, die es mit der Hygiene nicht so genau nehmen und eklatante Mängel aufweisen, erschüttern die Öffentlichkeit und entziehen ihr das Vertrauen in medizinische Einrichtungen. Ausgebildete Hygienefachkräfte sorgen dafür, dass präventiven Maßnahmen die nötige Aufmerksamkeit zukommt.

Der gelernte Krankenpfleger Manfred Hilbert ist seit 28 Jahren Hygienefachkraft im AGAPLESION DIAKONIEKLINIKUM  ROTENBURG. Heutzutage ist das eine staatlich anerkannte Ausbildung, die zwei Jahre berufsbegleitend oder ein Jahr in Vollzeit erfolgt. Theorie und Praxis wechseln sich ab. Hilbert ist fest davon überzeugt: „Für die Hygiene muss man sich Zeiträume schaffen.“ Negativbeispiele aus der Presse zeigen, wie brisant und wichtig das Thema ist.

Zusammen mit einer Kollegin kümmert sich Hilbert um die Krankenhaushygiene. Das Team soll aber noch aufgestockt werden. „Das Robert Koch-Institut gibt vor, wie viele Hygienefachkräfte eine Einrichtung benötigt“, erklärt Hilbert. Die Zahl richtet sich nach dem Risikoprofil und der Größe des Hauses. Dafür ausschlaggebend ist beispielsweise, ob es intensivmedizinische, invasiv-
diagnostische oder -therapeutische Patienten gibt, oder wie hoch das individuelle Risikoprofil der Patienten in Bezug auf nosokomiale Infektionen ist.

Fragen direkt vor Ort klären,
nicht am Telefon

„Wir legen großen Wert darauf“, sagt Hilbert, „dass wir für unsere Mitarbeitenden gut erreichbar und präsent sind. Fragen klären wir direkt vor Ort, nicht am Telefon.“ Er freut sich, dass die Hygienefachkräfte als konstruktive Berater wahrgenommen werden. Die Aufgaben sind zahlreich. Hilbert berät die Abteilungen und sorgt dafür, dass der Hygieneplan eingehalten wird. Regelmäßig finden unangemeldete Kontrollen statt. Doch die Mitarbeitenden werden auch geschult, und die Hygienefachkräfte bilden sich kontinuierlich fort. „Der Hygieneplan ist passgenau auf unser Haus zugeschnitten und wurde zwischen uns, den Mitarbeitenden, der Hygienekommission und der Krankenhausbetriebsleitung abgestimmt“, erklärt Hilbert. Er beinhaltet beispielsweise verbindliche Dienstanweisungen zur Hautdesinfektion, zur Behandlung von Patienten mit multiresistenten Erregern und zum Umgang mit Sterilgut.

Vergleich mit anderen Häusern
Infektionen werden erfasst und ausgewertet. „Für unser Haus erstelle ich verschiedene Statistiken“, erklärt Hilbert. Im Vergleich mit anderen Häusern kann man damit sehen, wie das AGAPLESION DIAKONIEKLINIKUM  ROTENBURG abschneidet. Bei vielen Belangen werden die Hygienefachkräfte hinzugezogen. Bei Baumaßnahmen (Beispiele: Sind die Oberflächen gut zu desinfizieren? Wurde der richtige Bodenbelag verwendet?), bei der Abfallbeseitigung (Wird der Abfall so verpackt, dass keine Krankheitserreger austreten können?) oder beim Einsatz neuer Technik (Arbeitet die Klimaanlage im OP ordnungsgemäß?).

Nicht nur die Hygienefachkräfte behalten die Hygiene im Auge. „Es gibt eine Hygienekommission, hygienebeauftragte Ärzte und pro Station mindestens einen Hygienebeauftragten im Pflegedienst“, berichtet Hilbert. Regelmäßige Sitzungen sorgen für einen guten Informationsfluss. Außerdem nehmen die  Hygienefachkräfte an Sitzungen anderer Abteilungen und Gremien teil: „Es gibt kaum Abläufe, die hygienerelevante Belange nicht in irgendeiner Form berühren.“

Der gelernte Krankenpfleger Manfred Hilbert ist seit 28 Jahren Hygienefachkraft im AGAPLESION DIAKONIEKLINIKUM ROTENBURG.