Thoracic-Outlet-Syndrom (TOS): Diagnose und Therapie

Ein Taubheitsgefühl und brennende Schmerzen in Armen und Schulter. Woher diese kommen, ist unklar. Dies müssen Patienten oftmals lange Zeit ertragen, bis bei ihnen das Thoracic-Outlet-Syndrom (TOS) diagnostiziert wird. Prof. Dr. Thomas Bürger, Chefarzt der Gefäßchirurgischen Abteilung der AGAPLESION DIAKONIEKLINIKEN KASSEL, ist einer der wenigen TOS-Spezialisten in Deutschland.

Wenn Patienten aus dem In- und Ausland zu ihm nach Nordhessen kommen, haben die Betroffenen oftmals bereits einen langen Leidensweg hinter sich. Im Durchschnitt waren sie innerhalb von bis zu fünf Jahren bei sechs Ärzten. „Das Beschwerdebild ist vielfältig. Es gibt keine Untersuchung, die direkt auf TOS hinweist“, erklärt Thomas Bürger. Verschiedene Tests sind nötig.

Bei TOS übt eine Engstelle im oberen Brustkorbbereich oder im Bereich der Schulter Druck auf die Nerven und Blutgefäße aus, die in den Arm ziehen. „Die Betroffenen haben starke Schmerzen, die bis in Schulter, Arm und Hand ausstrahlen“, sagt Bürger, der schon neun Jahre in Folge vom Magazin Focus als einer der besten Ärzte in Deutschland geehrt wurde.

Die Engstelle kann veranlagt sein, wenn der Patient eine zusätzliche Halsrippe hat. Auch Haltungsfehler, Unfälle oder Veränderungen der Muskulatur durch Kraftsport können die Enge hervorrufen.

Pro Jahr kommen über 100 Patienten in die Abteilung. Bis zu 60 Betroffene werden operiert. „Eine Operation ist immer das letzte Mittel“, sagt er. Zwei Drittel der Hilfesuchenden werden zur konservativen Behandlung nach Hause geschickt. Das bedeutet: Schmerzauslösende Positionen vermeiden, Kräftigen oder Abbauen der Muskulatur, Krankengymnastik, Ergotherapie. Unterstützend können Medikamente verordnet werden.

„Wenn die konservative Behandlung versagt und ein hoher Leidensdruck besteht, wird operiert“, erklärt der Chefarzt. „Die Operation ist sehr schwierig und risikobehaftet. Sie sollte nur in spezialisierten Zentren durchgeführt werden.“ In der Achselhöhle wird ein kleiner Schnitt gesetzt. Die erste Rippe wird vom Brustbein bis zur Halswirbelsäule entfernt, gegebenenfalls auch die Halsrippe. „Die Entfernung verursacht keine Haltungsschäden“, betont Bürger.


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