Tradition: Dem Menschen zuliebe – Diakonie Alten Eichen in Hamburg

27. Februar 2018

Die gemeinnützige Stiftung Ev.-Luth. Diakonissenanstalt Alten Eichen in Hamburg feierte im vergangenem Jahr ihr 150-jähriges Bestehen. Sie wurde am 28. Dezember 1867 in Altona (heute ein Bezirk in Hamburg, bis 1938 eine selbstständige Stadt in Schleswig-Holstein) mit dem Ziel gegründet, betreuungs- und pflegebedürftigen Personen zu helfen und Menschen für diakonische Berufe auszubilden.

Im Mittelpunkt standen die Ausbildung und der Einsatz von jungen unverheirateten Frauen als Diakonissen, Krankenschwestern und Kinderpflegerinnen. Sie waren in Krankenhäusern oder Gemeinden, in Altenheimen, Kindergärten und in der Ausbildung in Hamburg und Schleswig-Holstein tätig. Aus sehr kleinen räumlichen und bescheidenen finanziellen Anfängen heraus entwickelte sich in der von Industrie, Gewerbe und Hafen geprägten Stadt Altona relativ schnell ein größerer Gebäudekomplex mit Krankenhaus, Mutterhaus, Kirche, Kindertagesstätte, Haushaltungsschule und Ausbildungsstätte für Kindergärtnerinnen mit einer neuen Art der Kranken- und Armenpflege.

Die Diakonissenschwesternschaft wuchs auf bis zu 200 Schwestern an. Es war vor allem der erste Rektor (Vorsteher) der Diakonissenanstalt, Pastor Theodor Schäfer, der in seiner fast 40-jährigen Amtszeit von 1872-1911 den konzeptionellen, baulichen und nicht zuletzt geistlich-theologischen Aufbau der Gesamteinrichtung prägte. Darüber hinaus wirkte er – nach Theodor Fliedner und Wilhelm Löhe – deutschlandweit aufgrund seiner sehr großen schriftstellerischen und wissenschaftlichen Tätigkeit mit Büchern, Zeitschriften und Aufsätzen als einer der ersten Diakoniker, vor allem im Bereich der Diakonissen-Mutterhäuser des Kaiserswerther Verbandes.

1902 wurde das Grundstück Alten Eichen in Hamburg-Stellingen dazugekauft, zunächst als pädagogische und medizinische Einrichtung für körperbehinderte Jugendliche. Nach der vollständigen Kriegszerstörung der Gebäude in Altona und in Stellingen 1943 entstand in Stellingen das neue Diakonissen-Mutterhaus als Zentrum der diakonisch-kirchlichen Arbeit und des gemeinsamen Lebens und Wohnens. Hier wurden nach und nach Krankenhaus, Wohnheime, Auferstehungskirche, Schulen und Weiterbildungsinstitut, Kindertagesstätte, Diakoniestation, Tagespflegehaus, Hospizdienst, Betreutes Wohnen und Flüchtlingsbetreuung neu aufgebaut.

Außerdem kamen Altenhilfeeinrichtungen in Altona, Eimsbüttel, Wellingsbüttel und St. Georg hinzu. Mehrere hundert Mitarbeitende begleiten und pflegen Menschen in jedem Lebensalter in Senioreneinrichtungen, Pflegediensten, Kindertagesstätten und Schulen für sozialpädagogische Berufe.

Die Stiftung heute
Der Name der Stiftung besteht bis heute. In der verkürzten Form wird aber eher die Bezeichnung „Diakonie Alten Eichen“ verwendet. Die Diakonie Alten Eichen ist am AGAPLESION DIAKONIEKLINIKUM HAMBURG an der Hohen Weide in Eimsbüttel als Gründungsgesellschafter beteiligt.

Der Anfang 2011 eingeweihte Neubau ist aus der Fusion des ehemaligen Krankenhauses Alten Eichen mit zwei weiteren evangelischen Krankenhäusern entstanden. Auch nach dem Umzug des Krankenhauses ist die Diakonie Alten Eichen mit ihrer Zentrale und den Einrichtungen auf dem Gelände am Wördemanns Weg in Stellingen geblieben. Am Ort des zwischenzeitlich abgerissenen Krankenhauses entstehen zurzeit neue Wohnungen für ältere Menschen und ein Pflegeheim. Aufgrund der vielen Pflege-, Betreuungs- und Wohneinrichtungen wird vom neuen „Quartier Alten Eichen“ gesprochen. Über allem steht das Leitwort „Dem Menschen zuliebe.“

Diakonissenanstalt in Altona, die beim Bombenangriff 1943 zerstört wurde

Geschäftsführer Dr. Torsten Schweda (li.) und Ralf Giese