Trauerbegleitung: Kindern beim Abschiednehmen helfen

19. Dezember 2016

Trauerbegleitung für Kinder gehört nicht zum Standard, weil das Angebot nicht über die üblichen Tagessätze abgerechnet werden kann. Dabei ist es wichtig, die jungen Besucher aufzufangen. Darmstadt nutzt Spendengelder und Förderanträge.

Darmstadt. Über 600 Menschen und Angehörige haben sich bislang im AGAPLESION ELISABETHENSTIFT ELISABETHEN-HOSPIZ voneinander verabschiedet. „Viele Familien bringen bei Besuchen ihre Kinder mit“, sagt Elisabeth Schummer-Schmalz, Stv. Leitung. Das stresst viele Erwachsene: Sie sorgen sich, dass das Kind stören könnte, wenn es spielt. Sie fürchten, dass es die Situation nicht verkraftet, oder die Eltern sind überfordert, weil sie Nachfragen der Kinder nicht beantworten können. „Das geht auch Mitarbeitenden so, die nicht auf diesem Gebiet geschult sind“, bemerkt Schummer-Schmalz. Kinder können in ihrer Naivität sehr direkt sein. „Außerdem ist es schwer, die Kleinen in den ohnehin schon intensiven Alltag einzubinden.“

Vor zwei Jahren fingen die Darmstädter Kollegen an, mittlerweile gibt es vier Kindertrauerbegleiter (davon eine ehrenamtliche Mitarbeiterin). Eine Trauerbegleiterin für Erwachsene gab es schon. Zum Angebote gehören u. a. eine Mal- und Spielecke mit Wii, thematische Fach- und Kinderbücher sowie die Fortbildungen.

„Wir bieten aber keine Therapie, sondern Begleitung in der Trauer“, betont Schummer-Schmalz. „Die Gäste bleiben meist nur 20 Tage, das ist keine lange Zeit. Wir schauen, wie sich die Kinder verhalten, und reagieren darauf. Spielen, zusammen lesen, sprechen, da sein: Das ist wichtig. Wir möchten, dass sie die Themen Sterben und Tod nicht nur mit negativen Assoziationen besetzen. Sie sollen sich angenommen und gut aufgehoben fühlen. Das entlastet auch Eltern und Gäste enorm.“

Die Kinderecke gehört zum Angebot für kleine Hospizbesucher. Die mag auch der ausgebildete
Therapiehund Smöre. Der Terriermix hat ein feines Gespür und merkt, wer sich über seinen Besuch freut. Im Wohnbereich bewegt er sich frei und ist ein gern gesehener Mitarbeiter, nicht nur bei Kindern.

Die Kinderecke gehört zum Angebot für kleine Hospizbesucher.