Unsere Aktionäre: Die Markus-Stiftung in Frankfurt am Main

30. April 2015

Die Markus-Stiftung mit Sitz in Frankfurt ist von großer Bedeutung für unsere bisherige Erfolgsgeschichte von AGAPLESION.

Armin Clauss, Staatsminister a. D., ist der Stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrats der AGAPLESION gAG. Der frühere hessische Sozialminister (1976-1987) ist einer der Gründungsväter unseres Gesundheitskonzerns und Vorstandsvorsitzender der heutigen Markus-Stiftung. Außerdem ist er in vielen AGAPLESION Gremien tätig. 

Um die Hintergründe der Stiftung zu erklären, muss man ins Jahr 1876 zurückgehen. Damals wurde der Bockenheimer Diakonissenverein gegründet, der an der Falkstraße ein Krankenhaus betrieb. Es hieß St. Markus-Krankenhaus des Bockenheimer Diakonissenvereins. Wie der Name schon sagt, waren Diakonissen in der Pflege tätig. In den Jahren 1955 bis 1958 konnte das St. Markus-Krankenhaus an der Wilhelm-Epstein-Straße errichtet werden, wo es auch heute noch als AGAPLESION Einrichtung steht. Der Verein benannte sich um: St. Markus-Krankenhaus Verein für Krankenpflege und Diakonie in Frankfurt am Main.

Finanzielle Entwicklung erfordert Umdenken

Armin Clauss war schon in seiner Tätigkeit als hessischer Sozialminister auch für das Krankenhauswesen zuständig. So weihte er 1980 das neue Operationszentrum im damaligen Markus-Krankenhaus ein. „Doch das Haus geriet zu Beginn der 1990er Jahre in eine finanzielle Schieflage“, erinnert sich Clauss. „Ich wurde gefragt, ob ich der Vorsitzende des Trägervereins werden wollte.“  Der Frankfurter sagte zu und wurde gewählt. Grundlegende Veränderungen standen an. Denn das Krankenhaus, hinter dem bislang ein Verein stand, wurde in eine neue Rechtsform überführt. Als Betreibergesellschaft wurde die St. Markus-Krankenhaus gemeinnützige GmbH gegründet. Sie betrieb das Krankenhaus seit Anfang 1996. Das Vermögen wie Liegenschaften und das Gebäude wurden einer gemeinnützigen und steuerlich begünstigten Stiftung übertragen: der heutigen Markus-Stiftung. Der ehemalige Trägerverein wurde zum Förderverein umgewidmet, den es bis heute gibt.

Stiftung hochkarätig besetzt

In der Satzung der Stiftung heißt es: „Zweck der Stiftung ist die Durchführung und Förderung der Arbeit in diakonischen Einrichtungen wie Krankenhäusern, Heimen und Einrichtungen der Rehabilitation, Alten- und Krankenpflege, die Pflege von Kranken nach den Grundsätzen der christlichen Kranken-pflege und Seelsorge, mit allen damit verbundenen stationären und ambulanten Diensten (...).“ Der diakonische Auftrag ist für Clauss ganz entscheidend: „Wenn diese Kultur untergeht, wird unsere Gesellschaft ärmer. In unseren Einrichtungen sollen die Menschen erfahren, was tätige Nächstenliebe ist. Diese diakonischen Strukturen wollen wir erhalten und fördern.“

Seit vielen Jahren engagiert er sich in der Diakonie. An dieser Stelle seien nur zwei Beispiele genannt: Er ist Mitglied im Kuratorium der Diakoniestiftung Hessen und arbeitet im Beirat der Unterstiftung Demenz mit. „Netzwerkarbeit ist für mich ganz wichtig“, betont der Frankfurter. „Darum ist die Markus-Stiftung hochkarätig besetzt.“ Seine Stellvertreter sind Helmut Schmitt, der früher persönlicher Referent des Gesundheitsdezernenten der Stadt Frankfurt war, und Privatdozent Dr. med. Klaus Wernicke. Vorsitzende des Stiftungsrats ist Pröpstin Gabriele Scherle. Weiterhin gehören dem Rat u. a. an: der Leiter des städtischen Gesundheitsamtes, Prof. Dr. med. Rene Gottschalk, und für die Universität Prof. Dr. med. Helmut Geiger.

In der Markus-Stiftung gibt es außerdem eine Unterstiftung, die Stiftung für Palliativmedizin. Deren Vorsitz hat Clauss ebenfalls inne. Er ist stolz auf das Interdisziplinäre Zentrum für Palliativmedizin (IZP) in Frankfurt sowie auf die Palliativstationen und Hospize in anderen AGAPLESION Einrichtungen. „Ich bin gegen die aktive Sterbehilfe“, sagt Clauss. „Heutzutage sorgen Medizin und Pharmakologie dafür, dass die Menschen schmerzfrei sterben können.“ Man müsse Alternativen entwickeln – gerade als christlicher Gesundheitskonzern. „Humanes Sterben ist ein zentraler diakonischer Auftrag.“

Die Entwicklung in Frankfurt ging rasant weiter. Im Zeitraffer: 1998 wurde die Frankfurter Diakonie Kliniken gGmbH gegründet, zu denen u. a. das Markus-Krankenhaus gehörte. Anteilseigner des Klinikverbunds war auch die Markus-Stiftung. 2002 wurde die AGAPLESION gAG gegründet, die nunmehr über 100 Einrichtungen unter einem Dach eint. „Wir haben es geschafft“, sagt Clauss, „das evangelische Krankenhauswesen fit für den Wettbewerb zu machen.“ Kleine, historisch gewachsene Häuser hätten heutzutage meist keine Überlebenschancen auf dem Gesundheitsmarkt. AGAPLESION habe deren Tradition retten und in eine zeitgemäße Form überführen können. Damit habe man außerdem dafür gesorgt, dass die Trägerpluralität gewahrt bleibe.

Der Eingang zum AGAPLESION MARKUS KRANKENHAUS