Unsere Aktionäre: Durch Nähe verbunden

15. Februar 2016

Ein Krankenhaus im „evangelischen Geiste“: Das wollte die Stiftung Evangelisches Krankenhaus Holzminden Anfang der 1930er Jahre schaffen. Noch immer ist sie Gesellschafterin des AGAPLESION EVANGELISCHES KRANKENHAUS HOLZMINDEN. Doch der Tätigkeitsbereich der Stiftung hat sich seither gravierend ausgeweitet und geändert.

In den 1920er Jahren hatten Inflation und Wirtschaftskrise die Stadt in eine finanzielle Notlage geführt. Das bekam auch das Städtische Krankenhaus zu spüren. „Es entsprach mit seinen 56 Betten nicht mehr dem Bedarf“, sagt Klaus Gründer, Geschäftsführer der Stiftung Evangelisches Krankenhaus Holzminden. Sie ist Aktionär bei AGAPLESION. Von seinem Bürofenster aus kann er direkt auf den Eingangsbereich der heutigen Einrichtung AGAPLESION EVANGELISCHES KRANKENHAUS HOLZMINDEN schauen. So heißt sie seit 2012.

1929 wurde der Verein zur Errichtung evangelischer Krankenhäuser in Berlin gegründet. Er klärte die Finanzierung für ein neues Holzmindener Krankenhaus, vermittelte den Architekten und sorgte dafür, dass Berliner Diakonissen den Betrieb übernehmen. Bürger und Christen machten sich für den Neubau stark, der 1936 eröffnet wurde. „Das Gebäude mit 107 Betten war sehr modern“, erklärt Gründer. Als Träger wurde 1931 die „Stiftung Evangelisches Krankenhaus Holzminden“ gegründet. Ihr Ziel, verankert in den Satzungen: der Betrieb im „evangelischen Geiste“.

Von 1933 bis 1969 übernahmen die Berliner Diakonissen des Mutterhauses Salem-Lichtenrade den Betrieb und die betriebswirtschaftliche Leitung. „Sie prägten das Krankenhaus von Anfang an“, betont Gründer. „Bis heute erinnert sich die Bevölkerung an ihren unermüdlichen Einsatz.“ Doch Pflegekräf-temangel, Überalterung und Nachwuchsmangel in den eigenen Reihen konnten sie auch mit der Ein-stellung koreanischer Pflegekräfte nicht aufhalten. Sie verließen Holzminden. Seit 1969 prägen die Diakonieschwestern der Schwesternschaft des Evangelischen Diakonievereins Berlin-Zehlendorf e. V. das Haus, übernehmen Pflege und Krankenpflegeausbildung. Gründer: „Das war ein großes Glück. Sonst wäre vom Landeskirchenamt womöglich unser evangelischer Charakter aberkannt worden.“ Seit den 1990er Jahren arbeiten nicht mehr nur Diakonissen in der Einrichtung.

Die Stiftung hat einen gewaltigen Sprung gemacht. Gerade in einer Zeit, da Kooperationen für kleine Häuser oftmals die Rettung sind, wenn die finanzielle Lage schwierig wird. „Auch wir mussten neue Wege suchen“, sagt Gründer. „Wir wurden Mitbegründer der proDIAKO gGmbH.“ Der gemeinnützige Anbieter von Gesundheits- und Pflegedienstleistungen schloss sich 2012 mit AGAPLESION zusammen.

Die Stiftung und AGAPLESION heute

„Die Stiftung ist heute mit 40 Prozent an der AGAPLESION EVANGELISCHES KRANKENHAUS HOLZMINDEN gGmbH beteiligt und mit dem Krankenhaus als Eigentümerin der Grundstücke und Immobilien in einem Pacht- und Mietverhältnis verbunden“, erklärt Gründer. „Die Stiftung stellt den Vorsitzenden der Gesellschafterversammlung, den Superintendenten des Kirchenkreises Holzminden, Ulrich Wöhler. Er ist zugleich Vorsitzender des Stiftungsrates. Mit der Krankenhausgeschäftsführung entwickeln wir derzeit eine zukunftsträchtige Lösung für die Zuordnung der Grundstücke und Immobilien zum Krankenhausbetrieb. Auf Basis des Konsortialvertrages soll dem Krankenhaus damit eine planungssichere tragfähige Entwicklung unabhängig von der Stiftung ermöglicht werden.“

Heute ist die Stiftung auch für weitere Einrichtungen im diakonischen Umfeld in der Region Holzminden zuständig. Die Markenbotschaft, die auch die Logos prägt, lautet: „Durch Nähe verbunden.“