Unsere Aktionäre: Elisabethenstift - Innovativ von Anfang an

03. Juni 2016

Die Großherzogliche Stiftung von 1857 ermöglichte es im Jahr 1858, auf dem Gelände des heutigen AGAPLESION ELISABETHENSTIFT in Darmstadt ein Diakonissenmutterhaus zu gründen und dort ein Krankenhaus zu betreiben. In einer Zeit, als es noch keine staatlich organisierte Krankenversorgung gab, war das nicht nur soziale Notwendigkeit, sondern auch eine Innovation.

Nach und nach übernahmen die Diakonissen auch Aufgaben in anderen diakonischen Feldern, in der Altenpflege, in der Kindererziehung und in der Ausbildung von Erzieherinnen und Pflegepersonal. Aufgabe der Stiftung war es in erster Linie, den Lebensunterhalt der Diakonissen zu gewährleisten.

Die Zeiten haben sich geändert. Anstelle der Diakonissen arbeiten in den Einrichtungen heute angestellte Mitarbeitende in verschiedensten Arbeitsfeldern, und der alte Gebäudebestand erfordert überaus hohe Investitionen. Unter diesen Bedingungen wurde es für die Stiftung Elisabethenstift in den letzten Jahrzehnten immer schwieriger, ihre diakonischen Aufgaben wahrzunehmen.

Seit 2003 gab das Kuratorium der Stiftung die Trägerschaft der diakonischen Aufgaben nach und nach auf, überführte sie in neue Strukturen und gestaltete die Stiftung zur Förderstiftung um. So ist die Stiftung Elisabethenstift seit Anfang 2007 nicht mehr Träger diakonischer Arbeit, sondern nur noch als alleiniger Gesellschafter oder als Mitgesellschafter an den rechtlich selbstständigen Einrichtungen beteiligt: AGAPLESION ELISABETHENSTIFT gemeinnützige GmbH, Akademisches Lehrkrankenhaus, Pädagogische Akademie Elisabethenstift gGmbH, Textilwerkstatt am Elisabethenstift Darmstadt.

Stiftungsvorstand: 1. Vorstandsvorsitzender ist Hon. assoc. Prof. Bernd Weber. Er war Gründungsvorstand der AGAPLESION gAG. 2. Vorstandsvorsitzender ist Dipl.-Ökonom Erhard Fitzner. Im Vorstand engagieren sich auch Prof. Dr. Alexa Köhler-Offierski und Pfr. Dr. Wolfgang Leineweber.

Arbeit der Diakonissen weiterführen
Geblieben ist die unmittelbare und unveräußerliche Aufgabe, den Diakonissen lebenslangen Unterhalt zu gewähren. Neben Unterkunft und Verpflegung erhalten sie vor allem die notwendige Pflege und geistliche Zuwendung. So ist in der Stiftstraße 35 in Darmstadt ein schönes Gebäude mit altersgerecht ausgestatteten Appartements und Gemeinschaftsräumen entstanden. Hier wohnen Diakonissen zusammen mit Menschen, die am Leben in Gemeinschaft teilhaben möchten. Durch den Ausbau des Bereiches Wohnen & Pflegen im Rahmen des akademischen Lehrkrankenhauses AGAPLESION ELISABETHENSTIFT sind pflegebedürftige Diakonissen bestens versorgt und behalten durch die räumliche Nähe Anschluss an die Gemeinschaft.

Die Stiftung Elisabethenstift tritt mit ihrer Versorgungsverpflichtung noch heute für die Arbeit ein, die in der Vergangenheit fast 150 Jahre lang von den Diakonissen geleistet wurde. Die Stiftungsmittel, die nach Erfüllung dieser Verpflichtung noch zur Verfügung stehen, werden zur Förderung diakonischer Projekte eingesetzt.

Darüber hinaus trägt die Stiftung im Rahmen ihrer Verantwortung als Gesellschafterin in erheblichem Maße zum Ausbau und zur Weiterentwicklung der Darmstädter Einrichtungen bei. So ist auf dem Gelände des ehemaligen Mutterhauses unter Einbeziehung denkmalgeschützter Bauteile beispielsweise ein Seniorenzentrum entstanden, das vom AGAPLESION ELISABETHENSTIFT betrieben wird. Auch das AGAPLESION ELISABETHENSTIFT ELISABETHEN-HOSPIZ gehört zum Gebäudekomplex.

Mutterhaus und Kirche

Diakonissen und Patienten im Jahr 1885