Von anderen Branchen lernen und die Zukunft gestalten

08. Mai 2015

Der AGAPLESION Querdenker Kongress war gut besucht. Organisatoren und Besucher berichten von ihren Eindrücken.

Von Aufregung keine Spur
Einen kühlen Kopf: Den hat sie immer bewahrt. Denn Saskia Kaune, Vorstandsassistentin AGAPLESION gAG, wusste: „Ich habe ein kompetentes Projektteam hinter mir.“ Es hat dafür gesorgt, dass beim AGAPLESION Querdenker Kongress am 23. und 24. April im Offenbacher Büsing Palais alles reibungslos ablief. Gut 300 Führungskräfte und Querdenker aus Deutschland, Österreich und der Schweiz kamen nach Offenbach.

Ein Jahr lang hatte das Team Zeit für die Vorbereitungen. Logo und Name mussten entwickelt, Beirat und Referenten ausgewählt, das Programm zusammengestellt, Veranstaltungsort und Bootsfahrt gebucht und Gäste angeschrieben werden. Den Schirmherren Moritz Platen (14) lernte Kaune bei einem Musical kennen, bei dem Sebastian Polag (Leiter des Zentralen Dienstes Kaufmännisches Controlling) Regie führte. Der vierzehnjährige Gymnasiast überzeugte mit seiner offenen Art. Beim Kongress stand er für die Zukunft des Gesundheitswesens.   

Die Idee zum Kongress hatte der Vorstandsvorsitzende Dr. Markus Horneber. „Wir wollten von anderen Branchen lernen und Ansätze und Ideen für das Gesundheitswesen der Zukunft mitnehmen“, erklärt Kaune. Experten stellten beispielsweise Roboter als Assistenzsysteme im OP vor, Supercomputertechnologien (Watson) sowie digital vernetzte und standardisierte Fertigungsprozesse aus der Automobilbranche.

„Wir konnten auch auf drei AGAPLESION Mitarbeitende zurückgreifen, die bereits beim Strategieworkshop der Zentralen Dienste mit einem Vortrag überzeugen konnten“, sagt Kaune. Thorsten Daniel, Oliver Fabry und Sebastian Polag gaben einen amüsanten Ausblick auf bahnbrechende Veränderungen. Roboter im OP, 3-D-Drucker für Organe, Krankenhäuser als Wohlfühl-Oasen und „Healthspots“ (multifunktionale, computergesteuerte Untersuchungsräume für die Diagnosestellung) gehörten dazu.

Praxisbezug hat überzeugt
Dr. med. Oliver Fröhlich, Ärztlicher Leiter im Zentrum für Notfallmedizin am AGAPLESION DIAKONIEKLINIKUM ROTENBURG, gefiel der Vortrag von Prof. Dr. Christiane Woopen, Vorsitzende des Deutschen Ethikrates:  „Sie brachte es auf den Punkt: Wir sind bereit, der Digitalisierung einen Großteil unserer Privatsphäre zu opfern, ohne uns vorher über die Folgen Gedanken zu machen.“ Doch was ist, wenn ein Gentest eine hohe Chance errechnet, dass ich eine bestimmte Krankheit bekomme? Und wer soll diese hochsensiblen Daten besitzen dürfen? Die Zukunft sieht Fröhlich geprägt von zunehmend alten, multimorbiden Patienten, die von einer bestenfalls konstanten Zahl an Pflegekräften und Ärzten versorgt werden. „Die Notaufnahmen werden noch stärker den Hausarzt ersetzen, ohne entsprechend vergütet zu werden“, glaubt er.

Kristin Harms-Asten leitet die Wochenbettstation im AGAPLESION DIAKONIEKLINIKUM HAMBURG. „Beim Kongress hat mir die Mischung gefallen“, sagt sie. Vorträge, Jonglage, Workshops und Diskussionen wechselten sich ab. „Auf Wochenbettstationen wird auch in Zukunft die persönliche Beratung von entscheidender Bedeutung sein“, sagt Harms-Asten. „Denn Stillen ist eine sozial erlernte Fähigkeit. Heutzutage fehlen den Frauen allerdings die Vorbilder. Dieses Problem wird sich künftig verschärfen.“

Engagierte Teilnehmer
Christian Lust, Geschäftsführer AGA-PLESION BETHANIEN SERVICE & WOHNEN, hat einen Workshop geleitet. Er befasste sich mit dem Krankenhaus der Zukunft. „Meine Teilnehmer waren sehr engagiert und fanden den Kongress gut“, sagt der Berliner. Was ihn persönlich interessiert hat, waren die Vorträge zu Supercomputertechnologien und Assistenzsystemen: „Der Bereich Service & Wohnen wird in den nächsten Jahren zunehmend geprägt sein von Ambient Assisted Living, also altersgerechten
Assistenzsystemen für ein selbstbestimmtes Leben. Da kommt noch viel auf uns zu.“ Diese technischen Hilfsmittel für den Alltag unterstützen Senioren im eigenen Haus oder in einer Pflegeeinrichtung.


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