Was unsere Hospize verbindet: Gute Vernetzung

09. Januar 2017

AGAPLESION betreibt drei eigene Hospize. Die Einrichtungen sind stark auf Spendengelder und eine gute Vernetzung angewiesen. Von unschätzbarem Wert ist die Zusammenarbeit mit den Gesellschaftern.

Gießen. Gesellschafter des AGAPLESION HAUS SAMARIA HOSPIZ sind das AGAPLESION EVANGELISCHES KRANKENHAUS MITTELHESSEN (gleich gegenüber), der Verein für Kranken-, Alten- und Kinderpflege zu Gießen e. V. sowie der Hospiz-Verein Gießen e. V. Dessen Vorsitzender Robert Cachandt machte die Hospizbewegung mit ihrem ehrenamtlichen Kern vor Ort zur Bürgerbewegung.

Nächstes Jahr feiert der Hospiz-Verein Gießen e. V. 20-jähriges Bestehen. Cachandt: „Das neue Hospiz- und Palliativgesetz spricht unserer Arbeit verstärkt die Einsatzfelder ,Altenheim‘ und ,Krankenhaus‘ zu. Künftig sind wir gehalten, die Situation sterbender Menschen durch ein engeres Zusammenwirken der Hospiz- und Palliativnetze mit Pflegenden und Ärzten zu verbessern.“

Hospize sind auf ehrenamtliche Helfer und Spenden angewiesen, sonst wären viele Angebote nicht möglich. „Das Investitionsvolumen in Umbauten und Bauprojekte ist hoch“, betont Geschäftsführerin Christa Hofmann-Bremer. „Für die gesamten Neubau-Investitionskosten muss der Träger aufkommen. Laufende Betriebs- und Investitionskosten sind durch die tagesbezogenen Bedarfssätze der Kranken-kassen abgedeckt, sofern die Kostenträger sie anerkennen.“ Hofmann-Bremer betont, wie wichtig Medienberichte sind: „Sie bringen auch andere Menschen auf die Idee, uns zu unterstützen.“

Das Hospiz ist Mentor des AGAPLESION HAUS BETHESDA HOSPIZ in Bad Pyrmont, der Austausch ist eng. Geschäftsführer Bernhard Jess hospitierte vor der Eröffnung drei Wochen in Gießen und verbrachte einen Tag im AGAPLESION ELISABETHENSTIFT ELISABETHEN-HOSPIZ.

Darmstadt. Gesellschafter des AGAPLESION ELISABETHENSTIFT ELISABETHEN-HOSPIZ sind das AGAPLESION ELISABETHENSTIFT und der Evangelische Hospiz- und Palliativ-Verein Darmstadt e. V. Dessen 1. Vorsitzender Friedhelm Menzel ist im Hospiz ebenfalls Vorsitzender der Gesellschafterversammlung. Bei den diesjährigen Feierlichkeiten zum fünfjährigen Hospiz-Bestehen wies er darauf hin, dass die Gesellschaft auch heute noch zu einem sorgfältigen Blick auf die Würde und Verletzlichkeit der Menschen in Not befähigt werden muss. „Aber mit Freude sehen wir, dass der Gesetzgeber und die Kostenträger diesen Ansatz unterstützen und der aktiven Sterbehilfe mit der neuen Gesetzgebung auch weiter das Wasser abgraben konnten.“

Im PalliativNetz Darmstadt (PaNDa) hat sich das Hospiz etabliert als Teil einer vernetzten Versorgungsstruktur im regionalen Gesundheits- und Sozialsystem.

Elisabeth Schummer-Schmalz ist Stv. Hospizleiterin. „Die Krankenkassen übernehmen 95 Prozent der Aufenthaltskosten unserer Gäste. Doch jedes Jahr müssen wir die restlichen fünf Prozent (über 100.000 Euro) selbst erwirtschaften. Nur so können wir die anfallenden Kosten decken, damit unsere Gäste nichts hinzuzahlen müssen.“ Spendenakquise ist wichtig: Charity-Konzerte und andere Veranstaltungen sind hilfreich, um gute kulturelle Angebote, letzte Wünsche und wohnliche Räumlichkeiten zu finanzieren. Das Team tauscht sich regelmäßig mit den am nächsten gelegenen Kollegen aus Gießen aus.

Info:
Neues Hospiz- und Palliativgesetz. Die Zuschüsse der Krankenkassen für stationäre Hospize wurden 2016 von ehemals 90 auf jetzt 95 Prozent der zuschussfähigen Kosten gesteigert. Diese Kosten (u. a. Verwaltungsbedarf, Personal- und Sachkosten wie Lebensmittel, Energie und Wasser, gedeckelte Investitionskosten) verhandelt jede Einrichtung bzw. deren Träger individuell mit den Krankenkassen. Baumaßnahmen (insbesondere Neubauten) müssen damit praktisch selbst finanziert werden. Das Gesetz fordert weitere Verbesserungen ein, deren Umsetzung derzeit auf Bundesebene zwischen den Kostenträgern und Einrichtungsträgerverbänden verhandelt werden.

Musiker spielen ehrenamtlich ein klassisches Konzert für Gäste in Darmstadt.