Zehnjährige Leidenszeit nach einer Stunde im OP beendet

14. Januar 2016

Quälende Schmerzen schränkten Ursula Kossatz (85) Lebensqualität stark ein. Sie hat Prof. Dr. med. Jens Kordelle auf Anhieb so vertraut, dass sie die Operation trotz erheblicher Risiken gewagt hat.

Schluss, aus. Ursula Kossatz (85) wusste kaum, wie sie zum Einkaufen kommen sollte. „Mein Knie tat wahnsinnig weh“, erinnert sich die Seniorin an den Tag im Juni 2012. Damals hatte sie bereits eine zehnjährige, quälende Odyssee hinter sich. Hochgradige Arthrose. Der Rollator war fünf Jahre lang ihr ständiger Begleiter, Haushaltsarbeiten wie Kartoffelschälen und Bügeln waren nur noch im Sitzen mög-lich. So ging es nicht weiter.

„Meine Tochter leitet das Labor im AGAPLESION EVANGELISCHES KRANKENHAUS MITTELHESSEN“, erklärt Kossatz. „Sie hat mir nur Gutes von Herrn Prof. Dr. Jens Kordelle berichtet.“ Der Chefarzt leitet die Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Sportmedizin. Schnell stand für die 85-Jährige fest: Ihm kann ich vertrauen. „Als er mir aber sagte, nach der Operation seien die Schmerzen weg, habe ich geantwortet: Herr Kordelle, ich glaube Ihnen alles. Aber das nicht.“ Doch es kam ganz anders. „Nach der Operation bin ich aufgestanden, und die schlimmen Knieschmerzen waren sofort weg!“ Sie hatte ihr altes Leben zurück. Rollator und Schmerztabletten sind Geschichte.

Der Patient spürt Erfolge schnell
„Die Endoprothetik ist ein extrem dankbarer Bereich“, sagt Kordelle. „Patienten spüren den Erfolg sehr schnell.“ Der Einsatz der Knieprothese bei Patientin Kossatz war zwar operativ nicht schwer. „Aber sie brachte zahlreiche Nebenerkrankungen mit wie ein deutlich erhöhtes Embolierisiko aufgrund einer Blutgerinnungsstörung.“ Mit der ganzen Familie wurden die Gefahren klar angesprochen, Bedenkzeit eingeräumt. Außerdem stellte der Mediziner im Vorfeld eine Implantat-Unverträglichkeit fest, suchte eine entsprechende Versorgungsmöglichkeit und informierte sich bei der Gerinnungsambulanz am Universitätsklinikum Gießen und Marburg. „Das hat mir bestätigt, dass ich ihm vertrauen und den Eingriff wagen konnte“, sagt Kossatz. Eine künstliche Knie-TEP (Totale Endoprothese) wurde eingesetzt.

Der Arzt: ehrgeizig und Perfektionist
„Ich bin hinsichtlich der Qualität der Patientenversorgung extrem ehrgeizig und ein Perfektionist“, sagt der Mediziner, der an Top-Kliniken ausgebildet wurde.

Am AGAPLESION EVANGELISCHES KRANKENHAUS MITTELHESSEN begeistert ihn die persönliche und enge Beziehung zu den Patienten sowie die Medizin auf höchstem Niveau: „Wir haben eine tolle Intensivstation mit einer sehr guten Infrastruktur. Selbst ein komplizierter Oberschenkelersatz einschließlich künstlichem Hüft- und Kniegelenk ist kein Problem.“

Zu dem Arzt kommen auch Nachbarn und Bekannte. Vor jedem Eingriff ist er „angespannt“. Er weiß, wie viel auf dem Spiel steht: Ob er dem Patienten ein besseres Leben (zurück)schenken kann. Da schon sein Vater Arzt war, hat Kordelle gar nichts anderes kennengelernt, als dass man alles gibt und wertschätzend ist. „Ich überlege immer, was ich einem eigenen Familienmitglied raten würde, wenn der Patient Ratschläge wünscht“, sagt der Gießener. Seine Art kommt gut an. Beim „Abend der Gesundheit“, einer kostenlosen Patienteninformationsreihe im Haus, musste sein Vortrag zum Thema „Das komplizierte Kunstgelenk“ wiederholt werden. Zu viele Zuhörer waren gekommen.

Kordelles Patienten sind ab 55 Jahre alt. Arthrose plagt sie, Prothesenkomplikationen. Er erinnert sich an eine Seniorin (74) mit einem künstlichen Kniegelenk. Nachdem sie sich im Bereich einer Knie-Prothese den Oberschenkel gebrochen hatte und der Knochen trotz einer eingesetzten Platte nicht heilen wollte, musste sie im Rollstuhl ausharren. Sechs lange Monate. „Als sie zu mir kam, haben wir uns gemeinsam dazu entschlossen, den nicht geheilten Knochen zu entfernen und eine Sonderprothese einzusetzen“, sagt Kordelle. Zehn Tage nach dem Eingriff konnte die Patientin bereits zügig an Unterarmgehstützen über die Station laufen.

Natürlich kennt er die Vorwürfe, dass aus Gründen der Wirtschaftlichkeit Prothesen angeblich ohne zu zögern eingesetzt werden. Doch das Thema sei sehr komplex. „Man muss ein individuelles Behandlungskonzept ausarbeiten. Dazu gehören Aspekte wie Leidensdruck, Lebensqualität, Nebenerkrankungen, bisherige und weitere Behandlungen, Haltbarkeit der Prothese“, sagt Kordelle. Und in der heutigen Zeit, da man länger körperlich und geistig fit ist und die Qualität der Prothesen stetig steigt, muss man den wachsenden Ansprüchen an die Lebensqualität alter und auch jüngerer Patienten gerecht werden – die häufig bereits konkrete Erwartungen mitbringen.

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AGAPLESION EVANGELISCHES KRANKENHAUS MITTELHESSEN

Prof. Dr. med. Jens Kordelle und Ursula Kossatz