Altenpflege

Kein Tag wie jeder andere!

Die Altenpflege ist ein anspruchsvoller Dienstleistungsberuf. Sein oberstes Ziel ist die Unterstützung älterer Menschen bei der Erhaltung ihrer Selbstständigkeit und Selbstbestimmung.

Dafür werden qualifizierte Altenpfleger und Altenpflegerinnen gebraucht. Durch das neue bundeseinheitliche Altenpflegegesetz, das im August 2003 in Kraft getreten ist, hat der Beruf eine Aufwertung erfahren.

Fakten

Berufsbild

In der Altenpflege geht es darum, alte Menschen über einen längeren Zeitraum zu begleiten und sie im Leben zu unterstützen. Während ein Krankenhausaufenthalt heute im Schnitt nur noch sieben bis acht Tage dauert, begleiten Altenpflegerinnen und Altenpfleger die Bewohner von Wohn- und Pflegeeinrichtungen über einen längeren Zeitraum. So entstehen engere Bindungen. Die Biografie und die alltäglichen Gewohnheiten des Bewohners haben eine ganz andere Bedeutung als im Krankenhaus, wo die Behandlung von Krankheiten im Vordergrund steht.

Zum einen werden die Menschen immer älter, und zum anderen gibt es zahlreiche ambulante Pflegeangebote, die es Menschen ermöglichen, bis ins hohe Alter in ihren Wohnungen zu leben

In stationären Pflegeeinrichtungen werden immer mehr Menschen mit demenziellen Erkrankungen betreut. Der Umgang und die Kommunikation mit diesen Bewohnern gehören zu den besonderen Fähigkeiten, die Altenpflegekräfte auszeichnen.

 

 

Voraussetzungen

Das solltest Du mitbringen, damit hast Du gute Voraussetzungen, um die Ausbildung zur/m Altenpfeger/ -in zu meistern.

1. Gesundheitliche Eignung für die Ausübung des Berufes

2. Realschulabschluss oder eine andere gleichwertige, abgeschlossene Schulbildung

oder Hauptschulabschluss bzw. gleichwertige Schulbildung, zusammen mit
a. einer erfolgreich abgeschlossenen Berufsausbildung mit einer vorgesehenen Ausbildungsdauer von mindestens zwei Jahren
oder
b. der Erlaubnis als Krankenpflegehelfer/-in bzw. Altenpflegehelfer/-in
oder
c. einer erfolgreich abgeschlossenen landesrechtlich geregelten Ausbildung von mindestens einjähriger Dauer in der Krankenpflegehilfe oder Altenpflegehilfe
oder
eine andere abgeschlossene zehnjährige allgemeine Schulbildung.

3. Wir empfehlen Dir, vorab ein sechsmonatiges berufsvorbereitendes Praktikum in der
Altenpflege zu absolvieren (in unseren Häusern möglich).

4. Du solltest Offenheit gegenüber anderen Menschen, Kommunikationsfähigkeit
und den Wunsch, im Team zu arbeiten mitbringen.

Ausbildungsziele

Die Ausbildung in der Altenpflege soll die Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten vermitteln, die zur selbständigen und eigenverantwortlichen Pflege einschließlich der Beratung, Begleitung und Betreuung alter Menschen erforderlich sind (vgl. Gesetz über die Berufe in der Altenpflege (Altenpflegegesetz – AltPflG §3 Abs. 1)

Dies umfasst insbesondere:

1. die sach- und fachkundige, den allgemein anerkannten pflegewissenschaftlichen, insbesondere den medizinisch-pflegerischen Erkenntnissen entsprechende, umfassende und geplante Pflege,
2. die Mitwirkung bei der Behandlung kranker alter Menschen einschließlich der Ausführung ärztlicher Verordnungen,
3. die Erhaltung und Wiederherstellung individueller Fähigkeiten im Rahmen geriatrischer und gerontopsychiatrischer Rehabilitationskonzepte,
4. die Mitwirkung an qualitätssichernden Maßnahmen in der Pflege, der Betreuung und der Behandlung,
5. die Gesundheitsvorsorge einschließlich der Ernährungsberatung,
6. die umfassende Begleitung Sterbender,
7. die Anleitung, Beratung und Unterstützung von Pflegekräften, die nicht Pflegefachkräfte sind,
8. die Betreuung und Beratung alter Menschen in ihren persönlichen und sozialen Angelegenheiten,
9. die Hilfe zur Erhaltung und Aktivierung der eigenständigen Lebensführung einschließlich der Förderung sozialer Kontakte und
10. die Anregung und Begleitung von Familien- und Nachbarschaftshilfe und die Beratung pflegender Angehöriger.

Darüber hinaus soll die Ausbildung dazu befähigen, mit anderen in der Altenpflege tätigen Personen zusammenzuarbeiten und diejenigen Verwaltungsarbeiten zu erledigen, die in unmittelbarem Zusammenhang mit den Aufgaben in der Altenpflege stehen.

Inhalte der Ausbildung

Die Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für den Beruf der Altenpflegerin und des Altenpflegers (Altenpflege-Ausbildungs- und Prüfungsverordnung – AltPflAPrV, Anlage 1) sieht folgende Inhalte vor:

A. Theoretischer und praktischer Unterricht in der Altenpflege

1. Aufgaben und Konzepte in der Altenpflege

1.1. Theoretische Grundlagen in das altenpflegerische Handeln einbeziehen (80 Stunden)

•    Alter, Gesundheit, Krankheit, Behinderung und Pflegebedürftigkeit
•    Konzepte, Modelle und Theorien der Pflege
•    Handlungsrelevanz von Konzepten und Modellen der Pflege anhand konkreter Pflegesituationen
•    Pflegeforschung und Umsetzung von Forschungsergebnissen
•    Gesundheitsförderung und Prävention
•    Rehabilitation
•    Biographiearbeit
•    Pflegerelevante Grundlagen der Ethik

1.2. Pflege alter Menschen planen, durchführen, dokumentieren und evaluieren (120 Stunden)
•    Wahrnehmung und Beobachtung
•    Pflegeprozess
•    Pflegediagnostik
•    Planung, Durchführung und Evaluation der Pflege
•    Grenzen der Pflegeplanung
•    Pflegedokumentation, EDV

1.3. Alte Menschen personen- und situationsbezogen pflegen (720 Stunden)
•    Pflegerelevante Grundlagen, insbesondere der Anatomie, Physiologie, Geriatrie, Gerontopsychiatrie, Psychologie, Arzneimittelkunde, Hygiene und Ernährungslehre
•    Unterstützung alter Menschen bei der Selbstpflege
•    Unterstützung alter Menschen bei präventiven und rehabilitativen Maßnahmen
•    Mitwirkung bei geriatrischen und gerontopsychiatrischen Rehabilitationskonzepten
•    Umgang mit Hilfsmitteln und Prothesen
•    Pflege alter Menschen mit eingeschränkter Funktion von Sinnesorganen
•    Pflege alter Menschen mit Behinderungen
•    Pflege alter Menschen mit akuten und chronischen Erkrankungen
•    Pflege infektionskranker alter Menschen
•    Pflege multimorbider alter Menschen
•    Pflege alter Menschen mit chronischen Schmerzen
•    Pflege alter Menschen in existentiellen Krisensituationen
•    Pflege dementer und gerontopsychiatrisch veränderter alter Menschen
•    Pflege alter Menschen mit Suchterkrankungen
•    Pflege schwerstkranker alter Menschen
•    Pflege sterbender alter Menschen
•    Handeln in Notfällen, Erste Hilfe
•    Überleitungspflege, Casemanagement

1.4. Anleiten, beraten und Gespräche führen (80 Stunden)
•    Kommunikation und Gesprächsführung
•    Beratung und Anleitung alter Menschen
•    Beratung und Anleitung von Angehörigen und Bezugspersonen
•    Anleitung von Pflegenden, die nicht Pflegefachkräfte sind

1.5. Bei der medizinischen Diagnostik und Therapie mitwirken (200 Stunden)
•    Durchführung ärztlicher Verordnungen
•    Rechtliche Grundlagen
•    Rahmenbedingungen
•    Zusammenarbeit mit Ärztinnen und Ärzten
•    Interdisziplinäre Zusammenarbeit, Mitwirkung im therapeutischen Team
•    Mitwirkung an Rehabilitationskonzepten

2. Unterstützung alter Menschen bei der Lebensgestaltung

2.1. Lebenswelten und soziale Netzwerke alter Menschen beim altenpflegerischen Handeln berücksichtigen (120 Stunden)

•    Altern als Veränderungsprozess
•    Demographische Entwicklungen
•    Ethniespezifische und interkulturelle Aspekte
•    Glaubens- und Lebensfragen
•    Alltag und Wohnen im Alter
•    Familienbeziehungen und soziale Netzwerke alter Menschen
•    Sexualität im Alter
•    Menschen mit Behinderung im Alter

2.2. Alte Menschen bei der Wohnraum- und Wohnumfeldgestaltung unterstützen (60 Stunden)
•    Ernährung, Haushalt
•    Schaffung eines förderlichen und sicheren Wohnraums und Wohnumfelds
•    Wohnformen im Alter
•    Hilfsmittel und Wohnraumanpassung

2.3. Alte Menschen bei der Tagesgestaltung und bei selbst organisierten Aktivitäten unterstützen (120 Stunden)
•    Tagesstrukturierende Maßnahmen
•    Musische, kulturelle und handwerkliche Beschäftigungs- und Bildungsangebote
•    Feste und Veranstaltungsangebote
•    Medienangebote
•    Freiwilliges Engagement alter Menschen
•    Selbsthilfegruppen
•    Seniorenvertretungen, Seniorenbeiräte

3. Rechtliche und institutionelle Rahmenbedingungen altenpflegerischer Arbeit

3.1. Institutionelle und rechtliche Rahmenbedingungen beim altenpflegerischen Handeln berücksichtigen (120 Stunden)

•    Systeme der sozialen Sicherung
•    Träger, Dienste und Einrichtungen des Gesundheits- und Sozialwesens
•    Vernetzung, Koordination und Kooperation im Gesundheits- und Sozialwesen
•    Pflegeüberleitung, Schnittstellenmanagement
•    Rechtliche Rahmenbedingungen altenpflegerischer Arbeit
•    Betriebswirtschaftliche Rahmenbedingungen altenpflegerischer Arbeit

3.2. An qualitätssichernden Maßnahmen in der Altenpflege mitwirken (40 Stunden)
•    Rechtliche Grundlagen
•    Konzepte und Methoden der Qualitätsentwicklung
•    Fachaufsicht

4. Altenpflege als Beruf

4.1. Berufliches Selbstverständnis entwickeln (60 Stunden)

•    Geschichte der Pflegeberufe
•    Berufsgesetze der Pflegeberufe
•    Professionalisierung der Altenpflege; Berufsbild und Arbeitsfelder
•    Berufsverbände und Organisationen der Altenpflege
•    Teamarbeit und Zusammenarbeit mit anderen Berufsgruppen
•    Ethische Herausforderungen der Altenpflege
•    Reflexion der beruflichen Rolle und des eigenen Handelns

4.2. Lernen lernen (40 Stunden)
•    Lernen und Lerntechniken
•    Lernen mit neuen Informations- und Kommunikationstechnologien
•    Arbeitsmethodik
•    Zeitmanagement

4.3. Mit Krisen und schwierigen sozialen Situationen umgehen (80 Stunden)
•    Berufstypische Konflikte und Befindlichkeiten
•    Spannungen in der Pflegebeziehung
•    Gewalt in der Pflege

4.4. Die eigene Gesundheit erhalten und fördern (60 Stunden)
•    Persönliche Gesundheitsförderung
•    Arbeitsschutz
•    Stressprävention und -bewältigung
•    Kollegiale Beratung und Supervision

Zur freien Gestaltung des Unterrichts 200

Gesamtstundenzahl 2.100

B. Praktische Ausbildung in der Altenpflege

1. Kennenlernen des Praxisfeldes unter Berücksichtigung institutioneller und rechtlicher Rahmenbedingungen und fachlicher Konzepte.

2. Mitarbeiten bei der umfassenden und geplanten Pflege alter Menschen einschließlich Beratung, Begleitung und Betreuung und Mitwirken bei ärztlicher Diagnostik und Therapie unter Anleitung.

3. Übernehmen selbstständiger Teilaufgaben entsprechend dem Ausbildungsstand in der umfassenden und geplanten Pflege alter Menschen einschließlich Beratung, Begleitung und Betreuung und Mitwirken bei ärztlicher Diagnostik und Therapie unter Aufsicht.

4. Übernehmen selbstständiger Projektaufgaben, z. B. bei der Tagesgestaltung oder bei der Gestaltung der häuslichen Pflegesituation.

5. Selbstständiges Planen, Durchführen und Reflektieren der Pflege alter Menschen einschließlich Beratung, Begleitung und Betreuung und Mitwirken bei der ärztlichen Diagnostik und Therapie unter Aufsicht.

Gesamtstundenzahl 2.500

Dauer und Organisation der Ausbildung

Dauer: 3 Jahre in Vollzeitform, 5 Jahre in Teilzeitform
Unter bestimmten Voraussetzungen (bspw. wenn eine ähnliche Berufsausbildung bereits abgeschlossen wurde) kann die Ausbildung verkürzt werden.

Theorie: 2.100 Stunden
Praxis: 2.500 Stunden

Theorie und Praxiswochen finden jeweils in Blockphasen im Wechsel statt. Der Unterricht wird in Altenpflegeschulen erteilt. Die praktische Ausbildung wird in Heimen, stationären Pflegeeinrichtungen oder ambulanten Diensten durchgeführt.

Die Ausbildung beginnt mit einer Probezeit von in der Regel 6 Monaten und schließt mit der staatlichen Prüfung ab. Die erfolgreich abgeschlossene staatliche Prüfung beinhaltet die Erlaubnis zum Führen der Berufsbezeichnung „Altenpfleger/in“.

Die Gesamtverantwortung für die Organisation und Koordination des theoretischen und praktischen Unterrichts und der praktischen Ausbildung trägt die Schule. Die Schule unterstützt die praktische Ausbildung durch Praxisbegleitung.

In den Pflegeeinrichtungen wirst Du von examinierten Pflegekräften und Praxisanleitern (PAs) begleitet und angeleitet. Die Kollegen helfen Dir, Dich im alltäglichen Arbeitsablauf einzufinden und Deine Fähigkeiten und Fertigkeiten entsprechend Deines Ausbildungsstandes zu üben.

Vergütung und Kosten

Die Altenpflege gehört zu den Top 10 der am besten bezahlten Ausbildungsberufe. Im Vergleich von ausbildung.de steht sie auf Platz 7. Je nach Tarif und Bundesland gibt es natürlich Unterschiede:

1. Ausbildungsjahr 1.010 Euro brutto
2. Ausbildungsjahr 1.072 Euro brutto
3. Ausbildungsjahr 1.173 Euro brutto

Die genauen Werte, auch zu Urlaubsansprüchen, freien Tagen zur Prüfungsvorbereitung und ggf. Sonderleistungen erfährst Du bei Deiner Ausbildungseinrichtung.

Von der Ausbildungsvergütung (Bruttobetrag) müssen Steuern und Sozialabgaben bezahlt werden. Sozialabgaben sind Krankenversicherung, Pflegeversicherung, Arbeitslosenversicherung und Rentenversicherung, die jeweils zur Hälfte vom Azubi und zur Hälfte vom Ausbildungsbetrieb gezahlt werden. Die Hälfte des Azubis wird zusammen mit den Steuern gleich vom Bruttogehalt abgezogen. Ausgezahlt wird dann der Restbetrag (Nettobetrag). Die Hälfte des Arbeitgebers legt dieser noch einmal oben drauf und überweist alle Beträge an die richtigen Stellen.

Berufskleidung/Bereichskleidung
Die vorgeschriebene Berufs-/Bereichskleidung (mit Ausnahme der Schuhe) wird zur Verfügung gestellt und gereinigt.

Ausbildungsbeginn

Die Ausbildung beginnt in der Regel am 1. Oktober. Einige Häuser bieten zusätzlich einen Ausbildungsbeginn zum 1. Februar oder 1. August an. Bewerbungen sollten möglichst drei Monate vor Ausbildungsbeginn vorliegen.

Wenn noch freie Plätze vorhanden sind, werden auch kurzfristigere Bewerbungen angenommen.

Bewerbung

Am besten bewirbst Du Dich direkt bei der Einrichtung, in der Du die Ausbildung machen möchten. Dort findest Du auch Deinen direkten Ansprechpartner für die Ausbildung.

Deine Bewerbung sollte folgende Unterlagen beinhalten:
• Anschreiben
• Tabellarischer Lebenslauf
• Deine letzten beiden Schulzeugnisse
• sonstige Bescheinigungen / Praktikumszeugnisse

Als Hilfestellung für eine Bewerbung haben wir einen Bewerbungsleitfaden zusammengestellt mit einem Musterbrief und einem Muster-Lebenslauf. Jetzt ansehen >

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Das sagen wir
Videos aus unseren Einrichtungen

Altenpflegeausbildung

in der AGAPLESION BETHANIEN DIAKONIE, Berlin
Gina erzählt über ihre Ausbildung zur Altenpflegerin.

 

 

 

 

 

 

 

 


Fit im Alter - gesund essen - besser leben


Die AGAPLESION MARKUS DIAKONIE wurde als erster Träger in Hessen nach den Qualitätskriterien „Fit im Alter“ von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) zertifiziert.

 

 

 

 

 

 

 

Weitere Infos

Ausbildungsblog der AGAPLESION BETHANIEN DIAKONIE

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Entwicklungs- und Aufstiegsmöglichkeiten

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Altenpflegehelfer - Ausbildung – Beruf: Ein Beitrag des Bayerischen Rundfunks

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Traumjob nach 17 Jahren Familienzeit - Quereinstieg: Arbeiten bei der Diakonie

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