Gesundheits- und Krankenpflege

Allroundtalente mit Aufstiegschancen

Ohne Gesundheits- und Krankenpflege läuft im Krankenhaus gar nichts. Soviel ist schon einmal klar.

Während früher assistierende Tätigkeiten im Vordergrund standen, hat sich die Pflege heute zu einem komplexen und spezialisierten Berufsbild gemausert. In vielen Ländern ist sie bereits ein Bachelorstudiengang.

Es gibt sehr unterschiedliche Möglichkeiten, sich zu spezialisieren und weiterzubilden. Was Dir am meisten liegt, kannst Du während der laufenden Berufstätigkeit herausfinden.

Fakten

Berufsbild

So wie sich das Gesundheitswesen wandelt, so wandelt sich auch das Berufsbild der Gesundheits- und Krankenpflegekräfte. War man früher auf eine Fachrichtung spezialisiert, blieb man es für lange Zeit.

Mit der Ausdifferenzierung der Leistungsspektren weiten sich auch für Gesundheits- und Krankenpflegekräfte die beruflichen Möglichkeiten enorm aus. Zu Fachspezialisierungen, z. B. in geriatrischer oder psychiatrischer Pflege, kommen Weiterbildungen wie Palliative Care, Wundmanagement oder auch onkologische Pflege.

Darüber hinaus sind Entwicklungsmöglichkeiten im Bereich von Hochschulstudiengängen entstanden, und professionell Pflegende können sich in unterschiedlichen Studiengängen wie Health Management oder Case Management weiterentwickeln.

Obwohl die Professionalisierung der Pflege, parallel zu den bahnbrechenden medizinischen Entwicklungen, bereits im 19. Jahrhundert ihre Wurzeln hat, hielt sich das Bild der ausschließlich liebevoll zugewandten „Krankenschwester“ hartnäckig bis in die Nachkriegszeit.

Moderne Pflegekräfte können heute selbstbewusst auf fundierte Kenntnisse in zahlreichen pflegenden Disziplinen wie Intensivpflege, gerontopsychiatrische Pflege, Pflege unfall- oder allgemeinchirurgischer Patienten etc. verweisen. Und dennoch ist die Nähe zu den Menschen, mit denen die Pflegenden zu tun haben, das, was den Beruf auch heute noch unverändert attraktiv macht.

Es gibt nur wenige Berufe, in denen man so persönlich mit Menschen in direkten Kontakt kommt, wo immer wieder Nähe möglich ist und oft auch Dankbarkeit zurückkommt.

Voraussetzungen

Das solltest Du mitbringen, damit hast Du gute Voraussetzungen, um die Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpflege/-rin zu meistern.

1. Gesundheitliche Eignung für die Ausübung des Berufes

2. Realschulabschluss oder eine andere gleichwertige, abgeschlossene Schulbildung

oder
Hauptschulabschluss bzw. gleichwertige Schulbildung, zusammen mit
a. einer erfolgreich abgeschlossenen Berufsausbildung mit einer
vorgesehenen Ausbildungsdauer von mindestens zwei Jahren
oder
b. der Erlaubnis als Krankenpflegehelfer/-in bzw. Altenpflegehelfer/-in
oder
c. einer erfolgreich abgeschlossenen landesrechtlich geregelten Ausbildung von mindestens einjähriger Dauer in der Krankenpflegehilfe oder Altenpflegehilfe

oder
ein abgeschlossenes Studium (bietet die Möglichkeit zum Verkürzen und
in das zweite Ausbildungsjahr einzusteigen).

3. Wir empfehlen Dir, vorab ein mindestens zweiwöchiges Praktikum in der
Pflege zu absolvieren (in unseren Häusern möglich).

4. Du solltest Offenheit gegenüber anderen Menschen, Kommunikationsfähigkeit und den Wunsch im Team zu arbeiten mitbringen.

Ausbildungsziele

Die Ausbildung vermittelt fachliche, personale, soziale und methodische Kompetenzen zur verantwortlichen Mitwirkung insbesondere bei der Heilung, Erkennung und Verhütung von Krankheiten.

Die Ausbildung soll dazu befähigen,

1. die folgenden Aufgaben eigenverantwortlich auszuführen:
a) Erhebung und Feststellung des Pflegebedarfs, Planung, Organisation, Durchführung und Dokumentation der Pflege,
b) Evaluation der Pflege, Sicherung und Entwicklung der Qualität der Pflege,
c) Beratung, Anleitung und Unterstützung von zu pflegenden Menschen und ihrer Bezugspersonen in der individuellen Auseinandersetzung mit Gesundheit und Krankheit,
d) Einleitung lebenserhaltender Sofortmaßnahmen bis zum Eintreffen der Ärztin oder des Arztes,

2. die folgenden Aufgaben im Rahmen der Mitwirkung auszuführen:
a) eigenständige Durchführung ärztlich veranlasster Maßnahmen,
b) Maßnahmen der medizinischen Diagnostik, Therapie oder Rehabilitation,
c) Maßnahmen in Krisen- und Katastrophensituationen,

3. interdisziplinär mit anderen Berufsgruppen zusammenzuarbeiten und dabei multidisziplinäre und berufsübergreifende Lösungen von Gesundheitsproblemen zu entwickeln.

Inhalte der Ausbildung

Nach der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für die Berufe in der Krankenpflege (KrPflAPrV) gibt es 12 Themenbereiche, die geschult werden:

1. Pflegesituationen bei Menschen aller Altersgruppen erkennen, erfassen und bewerten
2. Pflegemaßnahmen auswählen, durchführen und auswerten
3. Unterstützung, Beratung und Anleitung in gesundheits- und pflegerelevanten Fragen fachkundig gewährleisten
4. Bei der Entwicklung und Umsetzung von Rehabilitationskonzepten mitwirken und diese in das Pflegehandeln integrieren
5. Pflegehandeln personenbezogen ausrichten
6. Pflegehandeln an pflegewissenschaftlichen Erkenntnissen ausrichten
7. Pflegehandeln an Qualitätskriterien, rechtlichen Rahmenbestimmungen sowie wirtschaftlichen und ökologischen Prinzipien ausrichten
8. Bei der medizinischen Diagnostik und Therapie mitwirken
9. Lebenserhaltende Sofortmaßnahmen bis zum Eintreffen der Ärztin oder des Arztes einleiten
10. Berufliches Selbstverständnis entwickeln und lernen, berufliche Anforderungen zu bewältigen
11. Auf die Entwicklung des Pflegeberufs im gesellschaftlichen Kontext Einfluss nehmen
12. In Gruppen und Teams zusammenarbeiten

Die Vermittlung dieser Inhalte geschieht nicht mehr in klassischen Unterrichtsfächern, sondern nach dem sogenannten Lernfeldkonzept.

Die Lernfelder ergeben sich aus Handlungs- oder Tätigkeitsfeldern, die aus den Geschäftsprozessen abgeleitet sind.

Wie diese genau aussehen, regeln die Rahmenlehrpläne der einzelnen Bundesländer.

Dauer und Organisation der Ausbildung

Dauer: 3 Jahre in Vollzeitform, 5 Jahre in Teilzeitform
Theorie: 2.100 Stunden
Praxis: 2.500 Stunden
Theorie und Praxiswochen finden jeweils in Blockphasen im Wechsel statt.

Die Ausbildung beginnt mit einer Probezeit von in der Regel sechs Monaten und schließt mit der staatlichen Prüfung ab. Die erfolgreich abgeschlossene staatliche Prüfung beinhaltet die Erlaubnis zum Führen der Berufsbezeichnung „Gesundheits- und Krankenpfleger/in“.

Der Unterricht wird in staatlich anerkannten Schulen an Krankenhäusern oder in staatlich anerkannten Schulen, die mit Krankenhäusern verbunden sind, vermittelt. Die praktische Ausbildung wird an Krankenhäusern oder anderen geeigneten Einrichtungen durchgeführt.

Die Gesamtverantwortung für die Organisation und Koordination des theoretischen und praktischen Unterrichts und der praktischen Ausbildung trägt die Schule. Die Schule unterstützt die praktische Ausbildung durch Praxisbegleitung.

Die Pflege und die Krankheitsbilder sind auf Stationen wie Gastroenterologie, Kardiologie, Pulmologie, Chirurgie/Traumatologie usw. unterschiedlich. Daher lernst Du in den Praxiswochen verschiedene Stationen kennen – je nachdem, welche Fachgebiete Dein Ausbildungsbetrieb abdeckt.

Auf den Stationen wirst Du von examinierten Pflegekräften und Praxisanleitern (PAs) ihrer Station begleitet und angeleitet. Die Kollegen auf der Station helfen Dir, Dich im alltäglichen Arbeitsablauf auf der Station einzufinden und Deine Fähigkeiten und Fertigkeiten entsprechend Deinem Ausbildungsstand zu üben.

Vergütung und Kosten

Die Gesundheits- und Krankenpflege gehört zu den Top 10 der am besten bezahlten Ausbildungsberufe. Im Vergleich von ausbildung.de steht sie auf Platz 6. Je nach Tarif und Bundesland gibt es natürlich Unterschiede:

1. Ausbildungsjahr 950 bis 1.000 Euro brutto
2. Ausbildungsjahr 1.000 bis 1.050 Euro brutto
3. Ausbildungsjahr 1.100 bis 1.150 brutto

Die genauen Werte, auch zu Urlaubsansprüchen, freien Tagen zur Prüfungsvorbereitung und ggf. Sonderleistungen erfärst Du bei Deiner Ausbildungseinrichtung.

Von der Ausbildungsvergütung (Bruttobetrag) müssen Steuern und Sozialabgaben bezahlt werden. Sozialabgaben sind Krankenversicherung, Pflegeversicherung, Arbeitslosenversicherung und Rentenversicherung, die jeweils zur Hälfte vom Azubi und zur Hälfte vom Ausbildungsbetrieb gezahlt werden. Die Hälfte des Azubis wird zusammen mit den Steuern gleich vom Bruttogehalt abgezogen. Ausgezahlt wird dann der Restbetrag (Nettobetrag). Die Hälfte des Arbeitgebers legt dieser noch einmal oben drauf und überweist alle Beträge an die richtigen Stellen.

Berufskleidung/Bereichskleidung
Die vorgeschriebene Berufs-/Bereichskleidung (mit Ausnahme der Schuhe) wird zur Verfügung gestellt und gereinigt.

Ausbildungsbeginn

Die Ausbildung beginnt in der Regel am 1. Oktober. Einige Häuser bieten zusätzlich einen Ausbildungsbeginn zum 1. April an. Bewerbungen sollten möglichst drei Monate vor Ausbildungsbeginn vorliegen. Wenn noch freie Plätze vorhanden sind, werden auch kurzfristigere Bewerbungen angenommen.

Bewerbung

Am besten bewirbst Du dich direkt bei der Einrichtung, in der Du die Ausbildung machen möchten. Dort findest Du auch Deinen direkten Ansprechpartner für die Ausbildung.

Ihre Bewerbung sollte folgende Unterlagen beinhalten:
• Anschreiben
• Tabellarischer Lebenslauf
• Deine letzten beiden Schulzeugnisse
• sonstige Bescheinigungen / Praktikumszeugnisse

Als Hilfestellung für eine Bewerbung haben wir einen Bewerbungsleitfaden zusammengestellt mit einem Musterbrief und einem Muster-Lebenslauf. Jetzt ansehen >

Hier geht es zum Einrichtungsfinder >

Das sagen wir
Videos aus unseren Einrichtungen

Gesundheits- und Krankenpfleger/in

im AGAPLESION ELISABETHENSTIFT, Darmstadt
Zum Einstieg: Impressionen und ein paar Statements unserer Pflegenden

 

 

 

 

 

 

 

 

Gesundheits- und Krankenpfleger/in

im AGAPLESION MARKUS KRANKENHAUS, Frankfurt
Natalie, Auszubildende der Gesundheits- und Krankenpflege, berichtet von ihrer Ausbildung.

 

 

 

 

 

 

 

 

Gesundheits- und Krankenpfleger/in

im AGAPLESION DIAKONIEKLINIKUM HAMBURG
Rede und Antwort: Unsere Auszubildenden im Interview

 

 

 

 

 

 

 

 

Gesundheits- und Krankenpfleger/in

im AGAPLESION BETHESDA KRANKENHAUS, Wuppertal
So sieht es aus: Ein paar Bilder aus dem Arbeitsalltag

 

 

 

 

 

 

 

 

Schwester Susanne - Diakonisse aus dem Elisabethenstift

Schwester Susanne Werner erzählt von der Zeit im Diakonissenhaus Elisabethenstift und bricht die Brücke zur heutigen Zeit.

 

 

 

 

 

 

 

 

Weitere Videos

Gesundheits- und Krankenpfleger/in
Ein ausführlicher, informativer Bericht des Bayerischen Rundfunks

 

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Ausbildung
im Pflegebereich bei der Kaiserswerther Diakonie

 

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Arbeiten bei der Diakonie
Quereinstieg: Traumjob nach 17 Jahren Familienzeit


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Atemnot in der Nacht
Und immer wieder gern gehört: Die Medizinerversion / Parodie von "Atemlos durch die Nacht" nach dem Original von Helene Fischer.

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Lebenswege

Sr. Susanne Sorban, Bezirksoberin/Pflegedirektorin,
AGAPLESION EV. KRANKENHAUS BETHEL BÜCKEBURG

Schon früh in meinem Leben hat mich fasziniert, dass Menschen krank in ein Krankenhaus hineingehen und es wieder geheilt verlassen. Darum wollte ich unbedingt Krankenschwester werden.

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Thomas Grabs, Pflegebereichsleitung Unfallchirurgie, AGAPLESION ELISABETHENSTIFT

Gleich nach dem Abitur habe ich meinen Zivildienst in einem Krankenhaus nordwestlich von Berlin gemacht. Ohne diese Erfahrungen in der Zentralen Notaufnahme hätte ich anschließend womöglich Geschichte oder Philosophie studiert.

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Adisa Kalic, kommissarische Pflegebereichsleitung Geriatrie und Palliativ, AGAPLESION ELISABETHENSTIFT

In der Geriatrie habe ich 2002 als examinierte Krankenschwester angefangen. Damals betrat ich Neuland. Bislang hatte ich in anderen Einrichtungen in der Angiologie und in einem Seniorenheim gearbeitet

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Weitere Infos

Ausbildungsangebote: Welche Ausbildungsberufe können wo erlernt werden?

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Weiterbildungsmöglichkeiten in der Gesundheits- und Krankenpflege bei AGAPLESION

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AGAPLESION Bewerbungsleitfaden: In sechs Schritten zur erfolgreichen Bewerbung

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Auszubildende der Gesundheits- und Krankenpflege berichten aus der Praxis bei AGAPLESION

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