Modellprojekt: Kinderschutz im Krankenhaus

25. Januar 2023

Notsituationen erkennen

Grundsätzlich ist Kinderschutz ein im Fachgebiet der Kinder- und Jugendmedizin verankerter Aufgabenbereich. Mitarbeitenden, die sich in der Beurteilung von Verletzungen oder Anzeichen von Vernachlässigung unsicher sind, dient die Kinderschutzgruppe als Ansprechpartnerin. Gleichzeitig berührt dieses Thema nicht nur die „typischen Kinder-Bereiche“: Immer dort, wo man in der Versorgung der Patient:innen auch mit Müttern und Vätern zu tun hat, sollte der Blick auf das Wohl der Kinder gerichtet werden. So können Erkrankungen oder Notsituationen eine übermäßige Belastung oder sogar Schädigung für Kinder darstellen. Hilfreich ist bereits, aufmerksam zu werden, wenn z. B. der alleinerziehende Vater nach einem Unfall von (finanziellen) Existenzsorgen berichtet, eine Mutter nach exzessivem Alkoholkonsum in die Notaufnahme kommt oder in Gesprächen deutlich wird, dass bei chronisch kranken Eltern die Kinder elterliche Aufgaben übernehmen.

Individuelle Lösungsansätze im Sinne der Familien

Die Kinderschutzgruppe steht hier gerne im ersten Schritt allen Mitarbeiter:innen der Klinik beratend zur Seite, hilft beim Beurteilen der Situation und der Einschätzung einer möglichen Kindeswohlgefährdung. Im Fachaustausch können erste Gesprächsinhalte oder die Kontaktgestaltung zu den Betroffenen erarbeitet werden. Oberstes Anliegen ist dabei für uns, eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Familien aufzubauen und individuelle Lösungs- und Unterstützungskonzepte in den Blick zu nehmen. Die Sicherheit der betroffenen Kinder und Jugendlichen steht dabei immer an erster Stelle.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit

Die Mitglieder der Kinderschutzgruppe kommen aus unterschiedlichen Bereichen des Klinikums: Kinderklinik, Sozialpädiatrisches Zentrum, Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, -psychotherapie und -psychosomatik sowie dem Sozialdienst. Hier setzen sich Mitarbeiter:innen aller Berufsgruppen gemeinsam für das Wohl von Kindern und Jugendlichen und deren Familien ein. 
 

Kontakt

Weitere Informationen finden Sie auf der Seite der Kinderschutzgruppe