Reizdarmsyndrom: Symptome, Ursachen und ganzheitliche Hilfe

14. Januar 2026

Wie äußert sich ein Reizdarmsyndrom?

Typische Symptome des Reizdarms sind Bauchschmerzen und Krämpfe, die sich nach dem Stuhlgang häufig bessern. Viele Betroffene leiden zusätzlich unter Blähungen und Völlegefühl, während der Stuhlgang unterschiedlich ausfallen kann – mal Verstopfung, mal Durchfall, oder beides im Wechsel. Hinzu kommt häufig das Gefühl, die Darmentleerung sei unvollständig, oder das Vorhandensein von Schleim im Stuhl.

Die Beschwerden bestehen meist über mehrere Monate und können den Alltag stark beeinträchtigen. Statistisch sind Frauen häufiger betroffen als Männer.

Wie wird ein Reizdarm diagnostiziert?

Ein Reizdarmsyndrom zu diagnostizieren ist nicht immer einfach. Die Beschwerden sind unspezifisch und ähneln oft anderen Magen-Darm-Erkrankungen. Da es keinen einzelnen Test gibt, der einen Reizdarm eindeutig bestätigt, erfolgt die Diagnose immer durch das Ausschließen anderer Ursachen.

Wichtig sind eine sehr genaue Anamnese und eine körperliche Untersuchung. Danach folgen meist Blut- und Stuhluntersuchungen. Eine vollständige Dickdarmspiegelung (Koloskopie) ist obligat, insbesondere damit keine Tumoren oder entzündliche Veränderungen übersehen werden. Auch ein Ultraschall des Bauches ist sinnvoll und in der Regel schnell gemacht.

Je nach Situation können weitere Untersuchungen sinnvoll sein, zum Beispiel:

  • Tests auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder Allergien
  • bildgebende Untersuchungen des Bauchraums (CT oder MRT)
  • bei Bedarf eine gynäkologische Untersuchung

Denn es gilt: Erst wenn andere mögliche Ursachen sicher ausgeschlossen wurden, kann die Diagnose Reizdarmsyndrom gestellt werden.

Ernährung und Reizdarm

Viele Menschen mit RDS reagieren empfindlich auf bestimmte Lebensmittel. Besonders problematisch sind blähende Gemüsearten wie Kohl, Zwiebeln oder Hülsenfrüchte, Milchprodukte bei Laktoseintoleranz sowie fermentierbare Zuckerarten, die als FODMAPs bekannt sind und in Weizen, Äpfeln, Honig oder Süßigkeiten vorkommen. Auch Kaffee, Alkohol und stark gewürzte Speisen können Beschwerden auslösen.

Ein Ernährungstagebuch ist oft hilfreich, um individuelle Unverträglichkeiten zu erkennen und die Ernährung gezielt anzupassen.

 

Therapiemöglichkeiten

Eine vollständige Heilung des Reizdarms ist selten, doch die Symptome lassen sich deutlich lindern. Effektive Maßnahmen kombinieren Ernährung, Darmgesundheit und Stressbewältigung. Hilfreich sind unter anderem:

  • Low-FODMAP-Diät oder andere angepasste Ernährungsformen
  • Probiotika, die die Darmflora unterstützen
  • Entspannungs- und Stressbewältigungstechniken wie Yoga, Meditation oder progressive Muskelentspannung
  • Medikamente wie krampflösende Mittel oder Pfefferminzöl
  • Psychotherapie, zum Beispiel kognitive Verhaltenstherapie, bei belastenden Ängsten oder Depressionen

Wichtig ist ein individueller Therapieansatz, der auf die persönlichen Beschwerden und die Lebenssituation abgestimmt ist.

 

Reizdarm und Psyche

Die Darm-Hirn-Achse spielt beim Reizdarmsyndrom eine zentrale Rolle. Stress, Ängste oder emotionale Belastungen können die Symptome verstärken, während ein gereizter Darm wiederum die Psyche belasten kann.

Um die Psyche zu stabilisieren, sind besonders Atemübungen, Meditation, progressive Muskelentspannung, Yoga und achtsame Bewegung hilfreich. Auch psychotherapeutische Unterstützung kann sinnvoll sein, insbesondere bei begleitenden Ängsten oder Depressionen. Zudem tragen ein verständnisvolles Umfeld und soziale Unterstützung wesentlich zum Wohlbefinden bei.

 

Ist Reizdarm psychosomatisch?

Das Reizdarmsyndrom gilt als funktionelle Störung: Das Organ (Dickdarm) selbst ist gesund, aber die Funktion gestört. Psychosomatische Faktoren wie Stress, Traumata oder emotionale Belastungen wirken häufig als Verstärker der Symptome. Daher ist eine ganzheitliche Behandlung, die sowohl körperliche als auch psychische Aspekte einbezieht, besonders wirksam.

RDS ist keine Einbildung, sondern eine komplexe Erkrankung mit körperlichen und seelischen Komponenten. Wer die Signale seines Körpers ernst nimmt und sich ganzheitlich behandeln lässt, kann seine Lebensqualität deutlich verbessern.

 

derneuemann, pixabay

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