28. Januar 2026
Sorbit (auch Sorbitol genannt) ist ein Zuckeralkohol, der natürlicherweise in manchen Früchten vorkommt – etwa in Äpfeln, Birnen oder Pflaumen – und industriell als Zuckeraustauschstoff verwendet wird. Bei einer Sorbitunverträglichkeit kann der Körper diesen Stoff im Dünndarm nur unzureichend aufnehmen.
Die Folge: Sorbit gelangt in den Dickdarm, wo er von Bakterien vergoren wird. Dabei entstehen Gase und kurzkettige Fettsäuren, die zu Blähungen, Durchfall und Bauchschmerzen führen können.
Die Beschwerden treten meist einige Stunden nach dem Verzehr sorbithaltiger Lebensmittel auf. Typische Symptome sind:
Da die Symptome unspezifisch sind, bleibt die Sorbitunverträglichkeit oft lange unentdeckt oder wird mit dem Reizdarmsyndrom verwechselt.
Klarheit bringt in der Regel ein Wasserstoff-Atemtest (H₂-Atemtest) beim Arzt. Dabei trinkt der Patient eine Lösung mit Sorbit. Anschließend wird in regelmäßigen Abständen der Wasserstoffgehalt in der Ausatemluft gemessen. Steigt dieser deutlich an, deutet das auf eine unzureichende Aufnahme und somit auf eine Sorbitmalabsorption hin.
Alternativ kann auch eine Eliminationsdiät helfen: Dabei wird Sorbit für einige Wochen gemieden, um zu beobachten, ob sich die Beschwerden bessern.
Eine Heilung gibt es bisher nicht, aber die Symptome lassen sich durch eine angepasste Ernährung meist gut in den Griff bekommen. Das wichtigste ist, Sorbit zu vermeiden oder zu reduzieren. Jeder Betroffene hat eine individuelle Toleranzgrenze – kleine Mengen sind manchmal verträglich, größere dagegen nicht.
Auch hilfreich:
Sorbit steckt nicht nur in Obst, sondern auch in vielen industriellen Produkten. Besonders häufig findet man ihn in:
Ein Blick auf die Zutatenliste hilft: Hinter der Bezeichnung E420 verbirgt sich Sorbit.
Eine Sorbitunverträglichkeit ist zwar unangenehm, aber gut beherrschbar. Wer aufmerksam auf seinen Körper hört und sorbithaltige Lebensmittel meidet, kann in der Regel beschwerdefrei leben – und muss auf Genuss nicht völlig verzichten.
Kurzüberblick: Sorbithaltige Lebensmittel

Olesja Ternik ist zertifizierte Diätassistentin an der Medizinischen Klinik I, Diabetologie am AGAPLESION EVANGELISCHES KRANKENHAUS MITTELHESSEN.
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