Warum Schuppenflechte mehr als eine Hautkrankheit sein kann

21. Oktober 2026

Was ist Psoriasis?

Psoriasis, umgangssprachlich auch Schuppenflechte genannt, ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung. Sie entsteht durch eine Fehlsteuerung des Immunsystems, bei der sich Hautzellen deutlich schneller erneuern als normalerweise, wodurch sich verdickte, gerötete und schuppende Hautstellen bilden können.

Die Erkrankung ist nicht ansteckend und kann in jedem Lebensalter auftreten, wobei sie häufig in Schüben verläuft, sodass Zeiten mit stärkeren Beschwerden von nahezu beschwerdefreien Phasen abgelöst werden können.

Welche Beschwerden verursacht Psoriasis?

Die Symptome können individuell sehr unterschiedlich ausgeprägt sein. Während manche Betroffene nur wenige kleine Hautstellen bemerken, leiden andere unter großflächigen Veränderungen.

Typische Anzeichen sind:

1. Scharf begrenzte rote Hautbereiche, die mit silbrig-weißen Schuppen bedeckt sind. Besonders häufig treten sie an Ellenbogen, Knien, der Kopfhaut oder im unteren Rückenbereich auf.

2. Viele Betroffene empfinden den Juckreiz als besonders belastend. Kratzen kann die Haut zusätzlich reizen und die Beschwerden verstärken.

3. Die betroffenen Stellen können spannen, schmerzen oder sogar einreißen und bluten.

4. Bei einigen Patientinnen und Patienten zeigen sich kleine Dellen, Verfärbungen oder Verdickungen der Finger- und Fußnägel.

5. Bei einem Teil der Betroffenen kann die Entzündung auch die Gelenke betreffen. Diese Form wird als Psoriasis-Arthritis bezeichnet und geht häufig mit Schmerzen, Schwellungen und Bewegungseinschränkungen einher.

Wer kann an Psoriasis erkranken?

Psoriasis kann grundsätzlich jeden Menschen betreffen. Häufig besteht jedoch eine genetische Veranlagung, was bedeutet, dass die Erkrankung in manchen Familien gehäuft auftritt. Darüber hinaus können verschiedene Faktoren das Auftreten oder die Verschlechterung der Symptome begünstigen, wozu Infektionen, Stress, bestimmte Medikamente, Verletzungen der Haut oder ein erhöhter Alkoholkonsum gehören.

Wie wird Psoriasis festgestellt?

Die Diagnose erfolgt meist durch eine dermatologische Untersuchung, wobei typischen Hautveränderungen bereits wichtige Hinweise liefern können. Zusätzlich fragt die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt nach bestehenden Beschwerden, möglichen Auslösern und familiären Vorerkrankungen. In unklaren Fällen kann eine kleine Hautprobe entnommen werden, um andere Hauterkrankungen auszuschließen.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Psoriasis lässt sich derzeit nicht vollständig heilen. Mit modernen Therapien können die Beschwerden jedoch häufig deutlich reduziert und die Lebensqualität verbessert werden. 

Bei leichteren Formen kommen häufig spezielle Cremes, Salben oder Lotionen zum Einsatz, die entzündungshemmend wirken und die Haut beruhigen können. Bei stärker ausgeprägten Verläufen können Lichttherapien oder Medikamente eingesetzt werden, die gezielt in das Immunsystem eingreifen. Welche Behandlung geeignet ist, hängt von der Schwere der Erkrankung und den individuellen Beschwerden ab.

Was kann ich selbst tun?

Neben der medizinischen Behandlung können auch alltägliche Maßnahmen helfen, die Haut zu unterstützen und Schübe zu reduzieren.

Eine regelmäßige Hautpflege mit rückfettenden und feuchtigkeitsspendenden Produkten kann dazu beitragen, die Hautbarriere zu stärken. Zudem profitieren viele Betroffene davon, bekannte Auslöser möglichst zu vermeiden und auf einen gesunden Lebensstil zu achten. Auch Stressmanagement, ausreichend Schlaf und regelmäßige Bewegung können dazu beitragen, das allgemeine Wohlbefinden zu fördern.

Sofort-Tipps bei akuten Beschwerden

Feuchtigkeitsspendende Cremes und Salben können Spannungsgefühle reduzieren und die Haut geschmeidig halten.

Auch wenn der Juckreiz belastend ist, kann Kratzen die Haut zusätzlich schädigen und Entzündungen fördern, weshalb dies möglichst vermieden werden sollte. Zusätzlich kann ein Symptomtagebuch helfen, individuelle Faktoren wie Stress, Infekte oder bestimmte Medikamente als mögliche Auslöser zu erkennen. Ebenfalls können weiche und atmungsaktive Stoffe Hautreizungen reduzieren und den Tragekomfort somit verbessern.

Wann sollte ich ärztlichen Rat einholen?

Neue oder sich verschlechternde Hautveränderungen sollten immer dermatologisch abgeklärt werden. Dies gilt insbesondere dann, wenn die Beschwerden den Alltag beeinträchtigen oder größere Hautflächen betroffen sind. Auch bei Schmerzen, Schwellungen oder Bewegungseinschränkungen der Gelenke sollte zeitnah ärztlicher Rat eingeholt werden, da eine frühzeitige Behandlung langfristige Schäden verhindern kann.

Auch wenn Psoriasis eine chronische Erkrankung ist, können moderne Behandlungsmöglichkeiten und eine individuell angepasste Therapie dazu beitragen, Beschwerden wirksam zu kontrollieren und die Lebensqualität dauerhaft zu verbessern.


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