Wie überstehen Fußballer:innen die Hitze bei der WM?

19. Juni 2026

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Warum kann Sport gefährlich werden, wenn es so heiß ist? 

Sport kann bei Hitze gefährlich werden, weil der Körper seine eigene Wärme kaum noch ableiten kann. Die Kombination aus einer hohen Umgebungstemperatur, starkem Schwitzen und Herz-Kreislauf-Belastung führt dazu, dass die innere Kühlung Stück für Stück versagt. Je wärmer es ist, desto schwieriger ist es für den Körper diese Wärme abzuleiten.

Die größten Gesundheitsrisiken sind:

  • Dehydrierung (Flüssigkeitsmangel): Durch starkes Schwitzen verliert der Körper viel Wasser und damit auch wichtige Salze und Elektrolyte. Schon geringe Verluste senken die Leistungsfähigkeit und belasten den Kreislauf stark.
  • Überhitzung (Hitzekollaps): Der Körper pumpt mehr Blut an die Hautoberfläche, um sich abzukühlen. Dadurch fehlt allerdings sauerstoffreiches Blut in der Muskulatur und dem Gehirn, was anschließend zu Schwindel oder Ohnmacht führen kann.
  • Lebensgefährlicher Hitzschlag: Steigt die Körperkerntemperatur über 41 Grad, kann die Person einen Hitzschlag erleiden. Die körpereigene Temperaturregulation bricht völlig zusammen. Im schlimmsten Fall können sogar Organversagen und Bewusstlosigkeit eintreten. 

Um diese Risiken zu minimieren, wird empfohlen, das Training an heißen Tagen nicht nur in die kühlen Morgen- oder Abendstunden zu verlegen, sondern auch die Intensität deutlich zu reduzieren. 

Ab wann wird es gefährlich?

Sobald das Thermometer über 25 Grad steigt, muss der Körper aktiv arbeiten, um die Wärme, die ohnehin schon beim Sport entsteht, abzuleiten.

Ab 30 Grad und vor allem wenn noch eine hohe Luftfeuchtigkeit dazukommt, hat der Körper Schwierigkeiten, diese Wärme wieder loszuwerden. Der Puls erhöht sich zunehmend, der Herzschlag wird schneller und die Körpertemperatur kommt einem Fieber immer näher. 

Wenn dann noch Schlappheit oder Müdigkeit auftreten, sind das deutliche Warnsignale, die man nicht ignorieren darf. Sonst kann es sowohl zum Kreislaufkollaps oder auch zu einem Hitzschlag kommen. 

Aus genau diesen Gründen wird vor allem Personen mit Vorerkrankungen dringend davon abgeraten, bei starker Hitze zu viel Sport zu machen oder ihn im Notfall sogar ganz wegzulassen. 

Wie überstehen die Profis die WM?

1. Physische Akklimatisation und Vorbereitung

  • Hitzetraining: Die Spieler:innen verbringen im Vorfeld viel Zeit im Freien an der frischen Luft, um den Körper an die hohen Temperaturen zu gewöhnen. Da hohe Luftfeuchtigkeit und Hitze die Bedingungen auf dem Platz grundlegend verändern, kann den extremen Wetterbedingungen somit vorgebeugt werden. 
  • Klimaanlagen: In den klimatisierten Hotelzimmern darf die Klimaanlage nicht zu stark eingestellt werden, damit der Körper keine ständigen, extremen Temperaturwechsel durchleben muss.

2. Aktive Kühlungsstrategien

  • Kühlwesten und Manschetten: Sogenannte Cool-Down-Westen werden oft vor dem Anpfiff beim Auflaufen oder Einspielen getragen und erst kurz vor Spielbeginn abgelegt. Auch in der Halbzeitpause kommen sie zum Einsatz, damit der Körper der Spieler:innen sich nicht nur selbst abkühlen muss.
  • Eishandtücher und Kühlhandschuhe: Auch gekühlte Handtücher und spezielle Handschuhe werden an der Seitenlinie oder in der Kabine genutzt. Da an den Händen besonders viele Blutgefäße liegen, helfen sie dabei, die Körperkerntemperatur schnell zu senken. 

3. Flüssigkeits- und Elektrolytmanagement

  • Massiver Schweißverlust: Profis können bei Spielen unter tropischen Bedingungen bis zu einen Liter Schweiß pro Halbzeit verlieren.
  • Getränke mit System: Sportmediziner:innen arbeiten dementsprechend mit individuellen Trinkplänen. Elektrolyt- und Kohlenhydratmischungen stellen sicher, dass neben dem Wasser möglichst auch die verlorenen Mineralstoffe und Salze wie Natriumchlorid schnell wieder aufgenommen werden. 

4. Offizielle FIFA-Regularien

Offizielle Trinkpausen: Bei extremen Bedingungen (gemessen wird der sogenannte Wet Bulb Globe Temperature-Index, der Luftfeuchtigkeit, Strahlung und Temperatur beinhaltet) ordnet die FIFA bei Spielen offizielle Trinkpausen an. Während dieser Unterbrechungen in der ersten und zweiten Halbzeit können sich die Spieler:innen nicht nur taktische Anweisungen erhalten, sondern sich auch erfrischen und abkühlen.


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