Dauerhafte Rötungen: Was steckt hinter Rosazea?

17. August 2026

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Was ist Rosazea?

Rosazea ist eine chronische, entzündliche Hauterkrankung, die vor allem die zentralen Bereiche des Gesichts betrifft. Typischerweise treten die Beschwerden an Wangen, Nase, Kinn oder Stirn auf, während die Erkrankung meist in Schüben verläuft und sich oftmals über mehrere Jahre entwickelt. Die genaue Ursache ist bis heute nicht vollständig geklärt, Experten gehen jedoch davon aus, dass mehrere Faktoren zusammenwirken. Neben einer genetischen Veranlagung spielen eine Fehlregulation des Immunsystems, eine erhöhte Empfindlichkeit der Blutgefäße sowie Störungen der Hautbarriere eine Rolle. Dadurch reagiert die Haut deutlich stärker auf äußere Reize als bei gesunden Menschen. Rosazea ist nicht ansteckend und entsteht auch nicht durch mangelnde Hygiene. Unbehandelt können die Symptome jedoch mit der Zeit zunehmen und das Hautbild dauerhaft verändern.

Woran erkenne ich Rosazea?

Die ersten Anzeichen werden häufig mit empfindlicher Haut, einer allergischen Reaktion oder einem Sonnenbrand verwechselt. Viele Betroffene berichten zunächst von plötzlich auftretenden Gesichtsrötungen, die nach einiger Zeit wieder verschwinden. Mit fortschreitender Erkrankung können diese Rötungen jedoch dauerhaft bestehen bleiben.

Zu den typischen Symptomen gehören:

  • Anhaltende oder wiederkehrende Gesichtsrötungen
  • Sichtbare kleine Blutgefäße (Äderchen)
  • Brennen, Stechen oder Spannungsgefühl der Haut
  • Entzündliche Knötchen und Pusteln
  • Trockene und empfindliche Haut
  • Gelegentlich Schwellungen im Gesichtsbereich

Anders als bei Akne treten bei Rosazea in der Regel keine Mitesser auf. Dieser Unterschied hilft Dermatologen häufig bei der Diagnose. In fortgeschrittenen Fällen kann sich die Haut verdicken, insbesondere im Bereich der Nase. Dabei entsteht die sogenannte Knollennase, auch Rhinophym genannt, die deutlich häufiger bei Männern beobachtet wird. Außerdem können zusätzlich die Augen betroffen sein, wobei Betroffene unter geröteten, trockenen oder tränenden Augen und einem Fremdkörpergefühl leiden.

Wer ist besonders häufig betroffen?

Rosazea tritt meist ab dem 30. Lebensjahr auf und betrifft besonders häufig Menschen mit heller Haut. Schätzungen zufolge gehört sie zu den häufigsten chronischen Hauterkrankungen in Europa. Frauen erkranken häufiger als Männer, jedoch entwickeln Männer häufiger schwerere Verlaufsformen mit ausgeprägten Hautveränderungen. Zudem wird die Erkrankung oft erst nach mehreren Jahren fest diagnostiziert, da die Beschwerden schleichend beginnen und schubweise verlaufen. 

Was löst Rosazea-Schübe aus?

Verschiedene sogenannte Trigger können die Beschwerden verstärken und Krankheitsschübe auslösen. Welche Auslöser dabei eine Rolle spielen, ist jedoch von Person zu Person unterschiedlich.  Zu den häufigsten Triggern zählen intensive Sonneneinstrahlung, starke Hitze oder Kälte, Saunagänge, Alkohol, scharf gewürzte Speisen und heiße Getränke. Auch Stress, emotionale Belastungen oder starke körperliche Anstrengung können die typischen Hautrötungen verstärken. Darüber hinaus reagieren manche Betroffene empfindlich auf bestimmte Kosmetikprodukte oder Medikamente. Da die individuellen Auslöser stark variieren können, empfiehlt es sich, die eigenen Beschwerden aufmerksam zu beobachten, wobei ein Symptomtagebuch dabei helfen kann, persönliche Trigger frühzeitig zu erkennen und im Alltag möglichst zu vermeiden. Dadurch lassen sich Rosazea-Schübe häufig deutlich reduzieren.

Wie wird Rosazea behandelt?

Rosazea ist zwar nicht heilbar, lässt sich heute jedoch in den meisten Fällen gut kontrollieren. Dabei gilt: Je früher die Erkrankung erkannt und behandelt wird, desto besser können Beschwerden gelindert und dauerhafte Hautveränderungen verhindert werden. Die Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad der Erkrankung, den individuellen Symptomen und den Bedürfnissen der Betroffenen. Je nach Ausprägung kommen verschiedene Therapieformen zum Einsatz. Dazu gehören spezielle Cremes und Gele, die Entzündungen und Rötungen reduzieren können, sowie Medikamente in Tablettenform. Sichtbare Äderchen und anhaltende Rötungen lassen sich häufig mit Laser- oder Lichttherapien behandeln, wobei im Fall von ausgeprägten Gewebeveränderungen, beispielsweise im Bereich der Nase, teils auch chirurgische Verfahren sinnvoll sein können. Ergänzend spielt ein individuell abgestimmtes Hautpflegekonzept eine wichtige Rolle. Neben der medizinischen Behandlung ist die tägliche Hautpflege ein entscheidender Bestandteil der Therapie. Eine konsequente, auf die Bedürfnisse empfindlicher Haut abgestimmte Pflege kann dazu beitragen, die Hautbarriere zu stärken, Reizungen zu verringern und neuen Schüben vorzubeugen.

Wie kann ich Rosazea vorbeugen?

Da Rosazea eine chronische Erkrankung ist, steht vor allem die Vermeidung von Schüben im Vordergrund:

  • Generelle Nutzung von Hautpflegeprodukten auf Wasserbasis 
  • Täglicher Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor (am besten LSF 50+) auf Wasserbasis
  • Milde Hautreinigung auf ph-5 Basis
  • Auf aggressive Peelings und starke Reibung der Haut verzichten
  • Die Haut vor extremen Temperaturen schützen
  • Bekannte persönliche Trigger vermeiden
  • Neue Kosmetikprodukte zunächst vorsichtig testen 
  • Stress möglichst reduzieren
  • Regelmäßige dermatologische und ophthalmologische Kontrolluntersuchungen wahrnehmen

Bei Verdacht auf Rosazea der Haut empfiehlt es sich daher, frühzeitig einen Dermatologen aufzusuchen. So können die Ursachen der Hautveränderungen abgeklärt und eine geeignete Behandlung eingeleitet werden.


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