24. Juli 2026
Zurück zum MagazinUnter dem Prämenstruellen Syndrom (PMS) versteht man wiederkehrende körperliche und psychische Beschwerden. Sie treten meist in der Lutealphase, also etwa 4 bis 14 Tage vor Beginn der Menstruation, auf und klingen mit Einsetzen der Regelblutung wieder ab. Dr. med. Merle Michaelsen, Oberärztin in der Gynäkologie am AGAPLESION KRANKENHAUS NEU BETHLEHEM in Göttingen, beantwortet einige Fragen zum Thema.
Was sind die Symptome von PMS?
Die Beschwerden können von Frau zu Frau unterschiedlich sein und in milder bis starker Form auftreten:
Körperliche Beschwerden: Spannungsgefühl und Schmerzen in den Brüsten (Mastodynie), Wassereinlagerungen wie geschwollene Hände oder Füße und Gewichtszunahme, Kopf- oder Rückenschmerzen sowie Verdauungsbeschwerden wie Blähbauch oder Verstopfung.
Psychische Beschwerden: Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit, Erschöpfung, Konzentrationsprobleme und depressive Verstimmungen.
Bei starken psychischen Beeinträchtigungen, die den Alltag erheblich einschränken, kann auch eine Form der PMDS (Prämenstruellen Dysphorischen Störung) vorliegen.
In welchem Alter beginnt PMS?
Das prämenstruelle Syndrom (PMS) kann grundsätzlich ab der ersten Menstruation in jedem Alter während der gebärfähigen Phase auftreten. Am häufigsten zeigen sich die typischen Beschwerden jedoch ab dem 20. Lebensjahr bis zu den Wechseljahren. Zudem berichten viele Frauen, dass die Symptome nach einer Schwangerschaft oder nach dem Absetzen der Pille deutlicher auftreten.
Was hilft sofort bei PMS?
Treten akute Beschwerden des prämenstruellen Syndroms (PMS) auf, wie zum Beispiel Unterleibskrämpfe, Kopfschmerzen, Stimmungsschwankungen und Wassereinlagerungen, können einige Sofortmaßnahmen schnell Linderung verschaffen.
Sofortmaßnahmen im Überblick:
- Wärme: Eine Wärmflasche oder ein Kirschkernkissen auf dem Bauch oder unteren Rücken kann die verkrampfte Muskulatur lockern und die Durchblutung fördern.
- Freiverkäufliche Schmerzmittel: Bei Kopf-, Unterleibs- oder Rückenschmerzen können Wirkstoffe wie Ibuprofen, Naproxen oder Paracetamol helfen.
- Blutzucker stabilisieren: Vermeiden Sie lange Essenspausen und essen Sie stattdessen kleine, regelmäßige Mahlzeiten, um Stimmungsschwankungen und Heißhunger abzufangen.
- Magnesium: Eine Dosis Magnesium kann das Nervensystem beruhigen und bei innerer Unruhe oder Krämpfen unterstützen.
- Sanfte Bewegung: Ein Spaziergang an der frischen Luft kann Endorphine (Glückshormone) freisetzen und den Körper lockern.
- Ausreichend Wasser trinken: Bei Spannungsgefühlen und leichten Wassereinlagerungen, etwa geschwollenen Brüsten oder Beinen, kann viel Trinken
- helfen, da der Körper dadurch angeregt wird, überschüssiges Wasser auszuschwemmen.
Was verschlimmert PMS?
Verschiedene Faktoren können dazu beitragen, dass sich PMS-Beschwerden verstärken. Dazu zählen sowohl körperliche als auch psychische Einflüsse sowie Aspekte des Lebensstils.
PMS-verstärkende Faktoren:
- Lebensstil und Stress: Chronischer oder akuter Stress im privaten oder beruflichen Alltag, Schlafmangel und zu wenig körperliche Bewegung.
- Ernährung: Ein hoher Konsum von Salz, das Wassereinlagerungen begünstigen kann, sowie von Zucker, Koffein und Alkohol.
- Genussmittel: Rauchen ist ein wesentlicher Faktor, der PMS verstärken kann.
- Körperliche Faktoren: Ein hormonelles Ungleichgewicht, insbesondere ein Progesteronmangel und eine relative Östrogendominanz.
- Psychische Faktoren: Bereits bestehende Depressionen oder Schlafstörungen können die Symptome zusätzlich verstärken.
FAQ: PMS – kurz & klar
Woran erkenne ich PMS? PMS zeigt sich durch wiederkehrende körperliche und psychische Beschwerden in den Tagen vor der Menstruation.
Wann beginnen PMS-Beschwerden normalerweise? Die Beschwerden treten meist 4 bis 14 Tage vor Beginn der Menstruation auf.
Was kann bei PMS schnell helfen? Oft helfen Wärme, Ruhe, sanfte Bewegung und bei Bedarf freiverkäufliche Schmerzmittel.
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