Prämenstruelles Dysphorisches Syndrom – was ist das eigentlich?

24. September 2026

Was sind die Symptome von PMDS? 

Die Beschwerden beginnen nach dem Eisprung, schränken den Alltag deutlich ein und lassen meist schnell nach, sobald die Periode einsetzt.

Psychische Symptome: 

  • Extreme Stimmungsschwankungen, Wutausbrüche
  • Starke Reizbarkeit, Aggressivität
  • Depressive Verstimmungen, tiefe Traurigkeit, Hoffnungslosigkiet
  • Innere Unruhe, Angst- und/oder Panikzustände
  • Gefühl der Überforderung und des Kontrollverlusts
  • Konzentrationsschwächen, Vergesslichkeit
  • Gefühl der Entfremdung des eigenen Körpers / der eigenen Persönlichkeit
  • Plötzlicher Verlust des Selbstbewusstseins, starke Selbstzweifel

Körperliche Symptome: 

  • Spannungsgefühl in der Brust (Mastodynie)
  • Unterleibskrämpfe, Kopf- und Rückenschmerzen
  • Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Schweregefühl
  • Wassereinlagerungen (Ödeme)

 

Was ist der Unterschied zwischen PMS und PMDS? 

PMS und PMDS treten beide in der zweiten Zyklushälfte auf und bessern sich meist mit Beginn der Periode. Der wichtigste Unterschied liegt im Schweregrad und in der Art der Beschwerden. Beim PMS stehen häufig körperliche Symptome wie Brustspannen, Kopfschmerzen, Wassereinlagerungen oder Unterleibsschmerzen im Vordergrund, oft begleitet von Stimmungsschwankungen oder Reizbarkeit. Bei PMDS sind die psychischen Symptome jedoch deutlich stärker ausgeprägt. Typisch sind zum Beispiel starke Reizbarkeit, depressive Verstimmungen, Angst, innere Anspannung oder massive Stimmungsschwankungen. Diese Beschwerden sind so intensiv, dass sie den Alltag, das Berufsleben, soziale Kontakte und Beziehungen erheblich beeinträchtigen können. PMDS gilt deshalb nicht nur als stärkere Form von PMS, sondern als besonders schwere Ausprägung, bei der vor allem die seelische Belastung im Vordergrund steht.

 

Was hilft gegen PMDS? 

Was bei PMDS hilft, ist individuell unterschiedlich und sollte ärztlich abgeklärt werden. Welche Möglichkeiten es gibt, hängt von Art und Stärke der Beschwerden ab.

 

Behandlungsmöglichkeiten:

  • Zyklusdokumentation: Ein Symptomtagebuch über mehrere Monate kann helfen, den Zusammenhang mit dem Zyklus zu erkennen und die Diagnose zu sichern.
  • Psychotherapie: Psychotherapeutische Begleitung kann dabei unterstützen, mit Belastung, Stimmungsschwankungen und wiederkehrenden Krisen besser umzugehen.
  • SSRI: Bestimmte Antidepressiva aus der Gruppe der selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer können die psychischen Symptome wirksam lindern und gehören zu den wichtigsten medikamentösen Behandlungsoptionen.
  • Hormonelle Behandlung: Auch hormonelle Therapien können infrage kommen, insbesondere wenn der Eisprung unterdrückt und damit die zyklusabhängigen Beschwerden abgeschwächt werden sollen.
  • Lebensstil: Regelmäßige Bewegung, ausreichend Schlaf, Stressabbau sowie ein möglichst bewusster Umgang mit Alkohol und Koffein können die Beschwerden zusätzlich positiv beeinflussen.

 

Was passiert bei PMDS im Gehirn? 

Bei der Prämenstruellen Dysphorischen Störung (PMDS) reagiert das Gehirn besonders sensibel auf die natürlichen Hormonschwankungen in der zweiten Zyklushälfte. Ursache dafür ist eine gestörte Verarbeitung von Sexualhormonen, die das zentrale Nervensystem und die Stimmung steuern.

Im Gehirn laufen dabei folgende Prozesse ab:

  • Serotonin-Mangel: Der Botenstoff Serotonin, der eine wichtige Rolle für die Stimmung spielt, wird bei Betroffenen kurz vor der Periode fehlerhaft verarbeitet. Die Dichte der sogenannten Serotonin-Transporter im Gehirn ist erhöht, sodass Serotonin zu schnell aus dem synaptischen Spalt, also der Verbindungsstelle zwischen den Nervenzellen, abtransportiert wird. Dadurch entsteht ein akuter Serotoninmangel.
  • Reizüberflutung der Emotionen: Durch den Serotoninmangel können Hirnareale, die für die Verarbeitung von Emotionen und Schmerzen zuständig sind, etwa die Amygdala, nicht mehr richtig miteinander kommunizieren. Das führt zu Reizbarkeit und Stimmungstiefs.
  • Gestörter GABA-Stoffwechsel: Auch der beruhigende Botenstoff GABA (Gamma-Aminobuttersäure) ist betroffen. Sein Spiegel sinkt in der zweiten Zyklushälfte normalerweise ab. Bei PMDS führt dieser Rückgang jedoch zu starker innerer Unruhe, Angstzuständen und Panikattacken.
  • Ungleichgewicht der Belohnungssysteme: Wichtige Botenstoffe wie Dopamin sind in ihrer Funktion beeinträchtigt. Das erklärt Phasen extremer Erschöpfung, Antriebslosigkeit und Konzentrationsstörungen vor der Menstruation.

 

FAQ: PMDS – kurz & klar

Wie kann ich feststellen, ob ich PMS oder PMDS habe?
PMDS liegt eher vor, wenn die Beschwerden vor allem psychisch sind, deutlich stärker ausfallen als bei PMS und den Alltag erheblich beeinträchtigen.

Wie kann man PMDS diagnostizieren?
PMDS wird in der Regel anhand der typischen zyklusabhängigen Beschwerden diagnostiziert, die über mindestens zwei Menstruationszyklen dokumentiert werden sollten.

Kann PMDS wieder verschwinden?
PMDS tritt meist über längere Zeit zyklusabhängig auf, kann sich aber durch Behandlung deutlich bessern und verschwindet in der Regel spätestens mit den Wechseljahren.


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